„Präventiv angelegte Kontrollen“

Waffenbesitzer auf der Insel Fehmarn wurden jetzt von Kreis und Polizei kontrolliert.
Foto:
1 von 2
Waffenbesitzer auf der Insel Fehmarn wurden jetzt von Kreis und Polizei kontrolliert.

Kreis und Polizei überprüften im Bereich Fehmarn Waffenbesitzer / Seit 2009 ist ihr Anteil um mehr als die Hälfte gesunken

shz.de von
24. Juli 2015, 15:11 Uhr

Gibt es noch mehr fanatische Waffensammler wie der kürzlich bekannt gewordene Fall in Heikendorf? Der Kreis Ostholstein und die Polizei haben jetzt im Bereich der Insel Fehmarn die ordnungsgemäße Waffen- und Munitionsaufbewahrung bei 30 Waffenbesitzern kontrolliert. Auch wurden sämtliche Waffendaten mit den registrierten Daten auf ihre Übereinstimmung hin mit dem Nationalen Waffenregister abgeglichen, sagte Kreissprecherin Anja Sierks-Pfaff gestern. Die Kontrollen seien zum größten Teil angekündigt gewesen.

Es wurden insgesamt 197 Waffen überprüft, dabei gab es 15 Beanstandungen, darunter beispielsweise die gemeinsame Aufbewahrung von Munition und Waffen in nicht zugelassenem Behältnis, das Auffinden nicht registrierter Waffen, ungeklärter Waffenverbleib oder auch nicht angezeigte Waffenverkäufe, so Anja Sierks-Pfaff. Darüber hinaus seien 23 Waffen freiwillig zur Vernichtung abgegeben worden. Hinsichtlich der festgestellten Verstöße würden nunmehr entsprechende Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet sowie in Einzelfällen auch der Widerruf der waffenrechtlichen Erlaubnis geprüft.

„Die mit der Polizei vereinbarten präventiv angelegten Kontrollen werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt, um die Sicherheit der Bürger im Kreis Ostholstein zu erhöhen“, sagte Sierks-Pfaff. Auch wenn die Kontrolleure der Mehrzahl der Waffenbesitzer ein verantwortungsvolles Umgehen mit ihren Schusswaffen bescheinigten, so zeige auch dieses Ergebnis im Bereich Fehmarn die Notwendigkeit der gemeinsamen Aktionen.

Der Jahresbericht über die Waffenkontrollen in 2014 habe dieses Fazit ebenfalls bestätigt. „Nach wie vor fehlten einer nicht unwesentlichen Zahl von Waffenbesitzern die nötige Einsicht in die Bedeutung der korrekten Waffenaufbewahrung“, sagte Sierks-Pfaff auf Basis von Erfahrungen der Waffenbehörde. „Teilweise mussten sehr ausführliche Beratungsgespräche geführt werden.“

Eigentlich verwunderlich: Bei den Hausbesuchen bei den Waffenbesitzern wurden trotz Terminvereinbarung noch Mängel festgestellt. Beispielsweise entsprachen Tresore zum Teil nicht dem gesetzlichen Mindeststandard oder der Waffenschrank hatte die falsche Sicherheitsstufe. Auch fehlten Waffen, die Munition wurde verbotswidrig außerhalb des Tresors verwahrt oder Waffen von nicht berechtigten Personen zusammen verwahrt. „Trotzdem reagierten in der überwiegenden Mehrzahl die Waffenbesitzer durchaus positiv auf die Kontrollen“, sagte Sierks-Pfaff.

Insgesamt wurden in 2014 265 Waffenbesitzer aufgesucht und ein Abgleich der eingetragenen Waffen, der Munition sowie der Aufbewahrungsbehältnisse vorgenommen. In 48 Fällen wurden Beanstandungen festgestellt, 190 Waffen zur Vernichtung abgegeben, insbesondere von Altbesitzern und Erben.

In den vergangenen fünf Jahren gab es 1230 Vor-Ort-Kontrollen. Seit 2009 ist damit der Anteil der Waffenbesitzer um 50,27 Prozent gesunken, der Anteil der registrierten Waffen um 21,37 Prozent. Im Ergebnis sei damit festzustellen, dass die Kontrollen Erfolg haben, so die Waffenbehörde. Sie tragen dazu bei, dass Waffen und Munition nicht durch unsachgemäße Aufbewahrung leichtfertig in die Hände unbefugter Personen gelangen und damit auch die öffentliche Sicherheit im Kreis gestärkt wird.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen