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"Berufsberatung" in Eutin : Präsentation mit Festnahme

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schüler und Auszubildende informieren Neuntklässler an der Wisser-Schule über mögliche Arbeitgeber – lebendig und informativ

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 04:00 Uhr

Was soll ich nach der Schule machen? Auf diese Frage, die manchen Schüler um so mehr quält, je näher der Schulabschluss rückt, gibt es derzeit in der Eutiner Wilhelm-Wisser-Schule eine Menge Antworten. In der Gemeinschaftsschule präsentieren Neuntklässler ihren Klassenkameraden aus fünf neunten Klassen gemeinsam mit Auszubildenden mögliche Arbeitgeber. Gestern waren die Eutiner Stadtverwaltung, die Landespolizei und der Malenter Technologie-Zulieferer Kendrion-Kuhnke dran, heute sind es die Sana-Klinik, die Sparkasse Holstein, der Autohändler Süverkrüp-Ahrendt und die Eutiner Firma Timber-Tec, die Software für die Holzbranche liefert.

Ein bis drei Schüler absolvierten in den Betrieben und Behörden jeweils ein Praktikum und schauen den Auszubildenden dabei über die Schulter. Marlow Deckert (9a) war bei der Polizeidirektion für Ausbildung und Fortbildung und Bereitschaftspolizei (PDAFB) und begleitete die Polizeiobermeisteranwärter etwa beim Schießtraining oder beim Fertigen einer Strafanzeige.

Unter den zahlreichen Informationen hatten die angehenden Polizistinnen Lara Brauer und Kira Kiehl auch eine gute Nachricht für Schüler, die mit der Kommasetzung auf Kriegsfuß stehen, aber mit einer Bewerbung bei der schleswig-holsteinischen Landespolizei liebäugeln. Zwar dürfen im Einstellungstest im Diktat nicht mehr als zehn Fehler gemacht werden, Kommafehler werden neuerdings aber nicht mehr gewertet. Hintergrund dieser Neuregelung: Die Landespolizei hat sonst Schwierigkeiten, genügend geeignete Bewerber zu bekommen. Im Anschluss an ihren Vortrag demonstrierten die beiden Polizeischülerinnen noch eine Festnahme. Praktikant Marlow Deckert ließ sich widerstandslos die Handschellen anlegen. Danach durften die Schüler noch einige polizeiliche Ausrüstungsgegenstände begutachten, darunter auch die – natürlich nicht schussbereiten – Dienstwaffen.

„Schüler und Auszubildende erarbeiten die Präsentation zusammen“, berichtete Lehrerin Birgit Rascher. Für die Schüler sei das eine gute Gelegenheit Projektarbeit kennenzulernen, sagte Rascher, die das 1999 gestartete Projekt Azubi-Schüler des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft von Anfang an begleitet und lange koordiniert hat. Mittlerweile hat Stefanie Warnecke die Koordination des Projekts übernommen, das gestern zum 17. Mal stattfand.

Mit Marlen Schwartz und Jana Westphal seien auch zwei Schülerinnen der Hutzfelder Heinrich-Harms-Schule, mittlerweile eine Außenstelle der Wisser-Schule, bei der Veranstaltung dabei gewesen, berichtete Warnecke. Die Schülerinnen filmten die Präsentationen und wollen sie ihren Klassenkameraden in Hutzfeld vorführen. Die Hutzfelder Schüler konnten aus Platzgründen nicht an der Präsentation teilnehmen. Da es keine Schulaula gibt, fand diese in zwei Durchgängen im Musikraum statt.

Wie gut die Schüler aufgepasst hatten, testeten Sarina Sommer, Anja Dahlmann und Yasemin Reichenauer von der Eutiner Stadtverwaltung gemeinsam mit ihren Parktikantinnen Jessica Polok und Luisa Guderjan (beide 9a) nach ihrer gemeinsamen Präsentation mit einem Quiz. Die Antworten der Neuntklässler kamen wie aus der Pistole geschossen. Sie wussten beispielsweise, wie der Ausbildungsberuf bei der Stadt heißt (Verwaltungsfachangestellter), kannten den Namen von Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz und konnten auch zwei Aufgaben des Bürgerbüros nennen (Ausweise und Fundbüro).

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