Positiver Start auf Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in der Region so niedrig wie seit 37 Jahren nicht mehr

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03. Januar 2018, 11:56 Uhr

Die Arbeitslosigkeit ist in Ostholstein im Lauf des Dezembers leicht gestiegen. Aber sie liegt wieder unter dem Niveau des Vorjahres. „Eine niedrigere Arbeitslosigkeit gab es zwischen Fehmarn und Lübeck zuletzt in einem Dezember vor 37 Jahren,“ betont Markus Dusch, der Geschäftsführer der Lübecker Agentur für Arbeit.

Im Kreis Ostholstein waren Ende des Jahres 6100 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 609 mehr als im November, aber 489 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,3 auf 5,9, vor einem Jahr betrug sie 6,4.

2809 Arbeitslose im Kreis wurden bei der Arbeitsagentur betreut, 555 mehr als im November und 72 mehr als vor einem Jahr. Beim Jobcenter waren 3291 Arbeitslose gemeldet, das 54 mehr als im November und 561 weniger als vor einem Jahr.

Der Anstieg bei der Arbeitsagentur und der Rückgang bei den Jobcentern beruhe teilweise auf einer Gesetzesänderung: Arbeitnehmer, die bislang zu ihrem Arbeitslosengeld aufstockend Grundsicherungsleistungen erhalten hätten und statistisch den Jobcentern zugerechnet worden seien, würden seit Anfang des Jahres in der Arbeitslosenversicherung geführt und betreut.

Ein Blick auf die Regionen des Kresies: Im Bezirk der Arbeitsagentur Eutin waren Ende Dezember 1678 Arbeitslose gemeldet, 68 mehr als im November, 207 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,9 Prozent (Vorjahr 7,8 ). Es meldeten sich 311 Personen arbeitslos, 246 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. 76 freie Stellen wurden im Laufe des Monats gemeldet.

Im Bezirk Neustadt stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum November um 211 auf 1097 Betroffene, das waren 72 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist 6,7 Prozent (Vorjahr 7,2). Im Bezirk der Oldenburg, zu dem Fehmarn gehören, waren am Jahresende 1763 Arbeitslose gemeldet, 284 mehr als im Vormonat und 90 weniger als 2016. Die Arbeitslosenquote betrug 6,9 Prozent (Vorjahr 7,3). Im Bezirk Timmendorfer Strand stieg die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember um 49 auf 745 Frauen und Männer. Das waren 86 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,8 Prozent (Vorjahr 5,4).

„Unser Arbeitsmarkt zeigte sich in guter Verfassung. Die Beschäftigung steigt kontinuierlich,“ analysiert Markus Dusch. In Ostholstein und in der Hansestadt Lübeck gebe es 155 300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das seien 11 750 oder 8,2 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Auch bei der Betrachtung der Unterbeschäftigung habe es in den fünf Jahren einen Rückgang um 2591 Personen oder 10,8 Prozent gegeben. Bei dieser Betrachtung werde das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung darstellt und es würden zum Beispiel Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen.

Markus Dusch weiter: „Fachkräfte werden in vielen Bereichen gesucht. Gute Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme bieten in unserer Region insbesondere das Gesundheitswesen, Altenpflege sowie Hotel- und Gastgewerbe. Aber auch in Metallberufen, Berufen der Mechatronik, Energie und Elektronik sind Fachkräfte knapp. Arbeitslose, die sich für eine Qualifizierung interessieren, sollten mit ihrem Betreuer in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter sprechen.“


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