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Polizeischule Eutin : Polizisten wollen Rapper Cro holen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit einem selbst gedrehten Video bewerben sich die Auszubildenden der Polizeischule Eutin (PDAFB) beim Fernsehsender Arte um ein Konzert des Sängers.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 04:00 Uhr

Eutin | Vor wenigen Jahren hätte die Polizei einen Mann mit Pandamaske vermutlich nicht einmal aufs Gelände gelassen. Heute aber tun die Auszubildenden der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB) beinahe alles dafür, dass Rapper Cro für ein Konzert zu ihnen auf Hubertushöh kommt. Dafür setzten sie sogar selbst eine Pandamaske auf.

Die Pandamaske ist das Markenzeichen des Rappers Cro. Seine Lieder „Einmal um die Welt“ und „Whatever“ erreichten hohe Platzierungen in den deutschen Charts. Und von diesem Sänger ist Lennox, der neun Jahre alte Sohn von Matthias Dostall ein großer Fan. „Ich wollte einfach mal wissen, wer das überhaupt ist“, berichtet der Ausbilder für Kriminalistik, Berufsethik und Verhaltenstraining an der PDAFB. Bei Facebbok stieß er dann auf die Aktion „Heimspiel“ des Fernsehsenders Arte: Die Teilnehmer sollten ein möglichst kreatives Video drehen und Cro damit überzeugen, bei ihnen daheim ein Konzert zu geben. Dostall war sofort begeistert von der Idee. Ebenso die Schüler der Ausbildungsgruppe zwei, die erst Anfang August ihre Ausbildung begonnen haben. Und als auch Dostalls Vorgesetzten nichts dagegen hatten, konnten die Planungen beginnen.

Mit denen waren die Eutiner allerdings ein bisschen spät dran: Zwischen dem 1. August und dem 1. September konnten Bewerber ihre Videos auf die Arte-Homepage hochladen. Die Eutiner drehten ihren Film jedoch erst am 26. August und stellten ihn am späten Abend des 27. August ins Internet. Bis heute Abend um 23.59 Uhr kann noch für das Video der Eutiner Polizisten gestimmt werden. Über 1850 Stimmen hat das Video bereits bekommen. Dabei ist die Konkurrenz riesig – neben den Eutinern wollen noch weitere 54 Bewerber Cro zu einem Privatkonzert bei sich überreden. Denn das letzte Wort hat der 23 Jahre alte Rapper aus Aalen. Er wählt sich aus den beliebtesten fünf Videos den Ort aus, an dem er auftreten will.

Hier sehen Sie das Video der Eutiner Polizei-Azubis

Zumindest ins Finale haben die angehenden Polizisten es mit ihrem Video ganz sicher geschafft. Und an einem Gewinn zweifelt Dostall nicht wirklich. „Wenn Cro genauso tickt wie ich denke, dass er tickt, dann wählt er uns“, ist er sich sicher. Denn auch bisher seien die Dreharbeiten vom Glück begleitet worden.

Nicht nur, dass er so schnell die Erlaubnis der Vorgesetzten bekommen und seine Schüler begeistert hatte. Als es darum ging, wer denn im Video den Cro darstellen soll, fiel Dostalls Wahl auf Marcel Hausmann. „Nach der Stunde kam er zu mir und sagte, er sei selber Cro-Fan und sogar schon auf einem seiner Konzerte gewesen“, schildert Dostall. Für den Text des eigenen Musikvideos sprach Dostall wiederum Schüler aus dem dritten Lehrjahr an. Die schrieben nicht nur den ganzen Abend an den vier Strophen, sondern kannten auch noch jemanden, der das Lied sang und am Computer die Musik einspielte. Und rein zufällig besaß Lennox Drostall sogar eine original Cro-Pandamaske.

Rund 140 Auszubildende drehten das Video dann in nur knapp 50 Minuten – eingeplant waren 90. Gleich mehrere Kameras kamen für die verschiedenen Blickwinkel zum Einsatz, Regisseur Drostall hatte sich zuvor einen richtigen Ablaufplan geschrieben und sich sogar ein Megafon für seine Anweisungen besorgt. „Ich habe bestimmt 20 mal ,Und – Action‘ gerufen“, erinnert er sich an das, was ihm während der Dreharbeiten am meisten Freude bereitet hat.

Diese Freude, die alle Beteiligten beim Dreh hatten, ist seiner Meinung nach auch der Grund, weshalb ihr Video beim Wettbewerb so erfolgreich ist. „Ich glaube, dass die Emotionen, die wir rüberbringen, so gut ankommen“, sagt Dostall.

Ob diese Emotionen auch bei Cro ankommen, erfährt Dostall im Laufe der Woche. Innerhalb der kommenden vier Wochen würde dann das Cro-Konzert auf Hubertushöh stattfinden, das am 9. November auch bei Arte gezeigt wird.

„Mein Sohn lädt schon alle seine Freunde zu diesem Konzert ein“, berichtet Dostall. Nur ein ganz klein wenig ist Lennox beleidigt, dass das Videi nicht bei Dostalls im Garten gedreht wurde: „Er hat Angst, dass er nicht mit zum Konzert darf.“ Im Notfall sollte der Lütte sich einfach eine Pandamaske aufsetzen. Denn Pandas sind auf Hubertushöh gerade sehr willkommen.

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