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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 15:56 Uhr

Polizeichef im Kreuzverhör

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gewerkschaft der Polizei wollte Antworten zur Zukunft der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2016 | 03:11 Uhr

Die Polizei in Schleswig-Holstein soll bis 2023 um 500 Stellen aufgestockt werden. Um die Pensionierungen auszugleichen und dieses Plus zu erreichen, müssen bis 2020 jährlich 400 Anwärter ausgebildet werden (wir berichteten). Ein Kraftakt für die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PD  AFB) in Eutin – denn bereits im zweiten Halbjahr 2018 wären damit 1200 Polizisten in der Ausbildung auf Hubertushöhe, 450 mehr als nach bisheriger Planung. Viele Fragen sind noch offen, weshalb die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei der Jahresversammlung ihrer Regionalgruppe Aus- und Fortbildung gestern Landespolizeidirektor Ralf Höhs in Kreuzverhör genommen hat.

GdP-Regionalvorsitzender Axel Dunst: „Uns fehlen Lehrer und Räume, gleichzeitig laufen mehrere Baumaßnahmen. Auf welche Hilfe dürfen wir hoffen?“

Landespolizeidirektor Ralf Höhs: „Es wird Zwischenlösungen geben müssen. Mit dem Ministerpräsident, dem Innenminister und der Finanzministerin ist aber besprochen, dass mehr Mittel bereitgestellt werden, der Bau des Einsatz- und Trainingszentrums ist auf dem Weg. Beim Personal werde ich gewährleisten, dass die Ausbildung ohne Abstriche möglich ist. Hier ist auch Tarifpersonal vorstellbar.“

GdP-Landeschef Manfred Börner: „500 Stellen mehr, kommt jetzt die zweite feste Einsatzhundertschaft zur Entlastung der Kollegen, die neben ihrem regulären Dienst zu Hundertschaftseinsätzen müssen?“

Höhs: „Ich bin nicht überzeugt, dass es eine Notwendigkeit dafür gibt. Wir planen Entlastungen durch eine reduzierte Wochen- und Lebensarbeitszeit sowie ein garantiertes dienstfreies Wochenende. Das müssen wir mit Stellen unterfüttern, was gegen eine zweite feste Hundertschaft spricht.“

Axel Dunst: „Wer wird von den 500 neuen Stellen profitieren?“ Höhs: „Einsatzpräsenz und Ermittlungen stehen vorne an. Und auch im Bereich Cybercrime muss es mehr hoheitliche Sicherheit geben.“

Jens Puschmann, stellvertretender Chef der Regionalgruppe: „Wird versuchsweise die Elektroschockpistole Taser als Alternative zur Schusswaffe angeschafft?“

Höhs: „Für den Einzeldienst ist der Taser wegen seiner hohe Fehlerquote nicht geeignet. Es müsste immer ein zweiter Mann mit einem solchen Gerät bereitstehen. Außerdem müsste dafür gesorgt sein, dass der Getroffene, der zusammenbricht, sich nicht schwer verletzt. Für Spezialkräfte wäre der Taser vorstellbar.“

Axel Dunst: „Ist die Landespolizei auf Terrorangriffe wie in Paris vorbereitet?“

Höhs: „Die Beamten im Einzeldienst sind die ersten, die bei einem solchen Ereignis vor Ort sind und die Ausstattung und Fertigkeiten haben müssen, damit umzugehen. Es gibt ein neues Taktik-Konzept, dass wir im April vorantreiben wollen. Dabei geht es auch um konzeptionelle Ausstattung wie gepanzerte Fahrzeuge.“

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