Polizei: Wildunfälle häufen sich wieder im Kreisgebiet

Mit Beginn der kalten Jahreszeit steigen die Wildunfälle im Kreis Plön wieder dramatisch an. "Bis zu 15 Wildunfälle registrierte die Polizei in nur einer Nacht", sagte Polizeisprecherin Tanja Emmen. Autofahrer müssten fast im gesamten Kreisgebiet mit Wildwechsel rechnen.

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02. Oktober 2009, 10:18 Uhr

Plön | Emmen: "Im Oktober ist es überwiegend das Damwild, das während der Brunftzeit auch auf den Straßen unterwegs ist."

Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 1377 Wildunfälle im Kreis Plön aufgenommen. Das sind mehr als 40 Prozent aller von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle. Der Schwerpunkt des Wildwechsels fällt auf die Monate Oktober bis Dezember. Tanja Emmen: "In dieser Zeit ist für Autofahrer besondere Aufmerksamkeit geboten."

Im vergangenen Jahr lag der Unfallschwerpunkt im Kreis Plön auf der Bundesstraße 430 zwischen Gut Rantzau und Engelau (der OHA berichtete). Weitere Schwerpunkte sind die Bundestraße 404 zwischen Honigsee und Löptin sowie die Bundesstraße 76 zwischen Sophienhof und Wittmold. Tanja Emmen weiß: "Autofahrer unterschätzen oft die Gefährdung durch Tiere, die

unvermittelt die Straße überqueren."

Verkehrsteilnehmer sollten deshalb bei Fahrten durch Wald- und Wiesengebiete die Geschwindigkeit reduzieren und insbesondere in den frühen Morgenstunden, bei Dämmerung und in der Nacht mit Wildwechsel. Besondere Beachtung sollten Warnschilder für Wildwechsel erhalten. Die Verkehrsteilnehmer sollten ihre Fahrweise anpassen und stets bremsbereit sein.

Sofern Wild am Fahrbahnrand steht, ist folgendes Verhalten zu raten: Abblenden, abbremsen, hupen und anhalten, die Warnblinkanlage anschalten. Wenn sich die Tiere entfernen, sollten die Autofahrer die Stelle mit Schrittgeschwindigkeit passiert und der Fahrbahnrand genau beobachtet werden. Der Grund: Einem Wildtier folgen meist noch weitere.

"Führen Sie bei plötzlichem Wildwechsel keine Ausweichmanöver in den Gegenverkehr durch", rät Tanja Emmen den Verkehrsteilnehmern. Man sollte stark abbremsen und die Fahrspur halten. Emmen: "Gefährden Sie niemals Menschenleben für ein Tierleben - auch wenn Sie noch so gern für Tiere bremsen.

Ein Zusammenstoß eines Zweiradfahrers mit einem Tier hat zumeist einen Sturz mit schwerwiegenden Verletzungen zur Folge. Deshalb sollten Motorradfahrer hierbei einer Kombination aus Bremsen und Ausweichmanöver immer den Vorzug geben. Und wenn es passiert ist? "Berühren Sie kein Wild, nehmen Sie auf keinen Fall Wild mit, Sie können wegen Jagdwilderei belangt werden"; sagte Tanja Emmen. Man sollte nicht versuchen, verletztem Wild zu helfen.

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