zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 10:19 Uhr

Polizei verlangt mehr politischen Rückhalt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow kritisiert Desinteresse der Landtage

von
erstellt am 07.Nov.2014 | 13:39 Uhr

Mehr politisches Gewicht für das Thema Innere Sicherheit fordert Oliver Malchow, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Seine Kritik adressierte er im Gespräch mit unserer Zeitung vor allem an die Landtage.

„Es kümmern sich immer weniger Politiker um die Innere Sicherheit. Über die wachsende Gewaltanwendung wird in allen Länderparlamenten viel zu selten diskutiert. So gerät der hohe Standard für die Sicherheit der Bürger im Alltag in Deutschland zunehmend in Gefahr“, sagte Malchow.

Ohne politische Rückendeckung werde es für die Polizeibeamten immer schwieriger, die Rolle als Ordnungshüter auszufüllen. Ihre Motivation leide aber auch unter den Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen, zumal die Gehaltstarife, Ausstattungen und Aufstiegschancen regional auseinander drifteten. Malchow: „Die Zuständigkeit der Länder begrenzt die Macht der Polizei, das ist eine richtige Lehre aus unserer Geschichte. Aber jetzt setzt durch die Föderalismusreform eine Fehlentwicklung ein. Das muss zurückgedreht werden.“

Die Tarife für Polizeibeamte in den Bundesländern wieder anzugleichen und zu ihrer sozialen Sicherheit auf Stellenabbau zu verzichten, gehört zum Forderungskatalog auf dem heute in Berlin beginnenden Bundeskongress der GdP. Die Gewerkschaft hat 175 000 Mitglieder, zwei Drittel aller Polizisten in Deutschland. Malchow: „Wir sind seit Jahren auf dem aufsteigenden Ast.“

Der 51-jährige Kriminalbeamte aus Ostholstein steht seit Mai 2013 an der Spitze der Gewerkschaft. Er tritt bei den Vorstandswahlen als bislang einziger Kandidat für eine vierjährige Amtszeit als GdP-Bundesvorsitzender an. „Dies ist eine ehrenvolle und sehr reizvolle Aufgabe. Die GdP genießt überall hohes Ansehen“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen