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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 00:24 Uhr

Polizei stockt auf: 400 Anwärter pro Jahr

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Innenminister Stefan Studt spricht sich beim Ortstermin in Eutin für deutlich mehr Auszubildende aus

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 03:30 Uhr

Mehr Polizisten statt weniger. Das betonte Innenminister Stefan Studt (SPD) gestern beim Besuch der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB) in Eutin. „400 Auszubildende wollen wir in diesem Jahr einstellen und 400 in 2017. Wenn es nach mir geht, dann halten wir die Zahl auch in den Folgejahren bis mindestens 2020“, sagte Studt. Zusätzlich sei die Möglichkeit für 150 Polizisten geschaffen worden, den Dienst freiwillig für eineinhalb Jahre zu verlängern und später in Pension zu gehen.

Als einen Kurswechsel wollte Studt, dessen Ministerium noch vor einem Jahr den Stellenabbau und die Umstrukturierung bei der Polizei vertrat, das Plus an Stellen jedoch nicht verstanden wissen: „Wir haben über Jahrzehnte keine neuen Stellen dazu bekommen, aber die Aufgaben der Polizei sind vielfältiger geworden.“

Flüchtlingskrise, Kriminalitätsentwicklung insbesondere auch im Internet, sowie die hohen altersbedingten Austritte bei der Polizei seien die Hauptgründe für die künftig deutlich höheren Einstellungszahlen. Zum Vergleich: Rund 280 Auszubildende wurden 2015 eingestellt.

Von den 400 Neuen, die jährlich eingestellt werden sollen, sind 150 für den mittleren Dienst (Ausbildungsort Eutin) und 250 für den gehobenen Dienst (Studium in Altenholz, Praxis Eutin) vorgesehen. „Das ist auch das Maximum, das an den Standorten geleistet werden kann“, sagte Studt. Denn: „Entscheidend am Ende ist, dass nach zweieinhalb beziehungsweise drei Jahren gut qualifizierte Kräfte die Kollegen auf den Revieren verstärken.“ Für 2016 sieht Studt aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge noch keine Probleme, die notwendig qualifizierten Bewerber für den Polizeidienst zu finden. „Es wird ein Kampf um die Talente, da stehen wir in direkter Konkurrenz zu den anderen Uniformträgern“, sagte Studt. Ein Gegenmittel sei, den mittleren Dienst attraktiver zu gestalten. Das Einstiegsgehalt wurde von A7 auf A8 angehoben, Gespräche für die „Attraktivierung der Laufbahn“ laufen laut Studt auch in Abstimmung mit der Gewerkschaft der Polizei.

Polizeidirektor Arne Dunka, Leiter der Fachinspektion für Aus- und Fortbildung, freuten die Signale und das Lob des Innenministers. Aber: Mehr Schüler bedeuten auch mehr Lehrer. Mit den rund 150 Lehrern, die es jetzt für die Ausbildung am Standort gebe, sei die anvisierte Schülerzahl nicht zu stemmen. „Wir brauchen mindestens 20 bis 25 neue Kräfte.“

Neben dem Personal fehlt es am Standort Eutin auf der Hubertushöhe auch an Räumen. Studt: „Auch das sehen wir. Ein wichtiges Signal für den Standort ist die für den Sommer geplante Grundsteinlegung für die Einsatztrainingshalle.“ Die Sanierung der Wohnquartiere und Büroräume soll bis 2022 abgeschlossen sein, der Speisesaal komplett neu gebaut werden. Seite 3

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