Nazi-Demo in Plön : Polizei hatte die Lage fest im Griff

26 NPD-Anhänger demon-strierten vor dem Plöner Bahnhofsgebäude.
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26 NPD-Anhänger demon-strierten vor dem Plöner Bahnhofsgebäude.

Demonstration von 26 NPD-Anhängern wurde von über 300 Gegendemonstranten aus dem bürgerlichen Lager lautstark übertönt.

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02. April 2012, 11:04 Uhr

Plön | Großes Polizeiaufgebot am Sonnabend in Plön: Die NPD hatte erst am Freitagmittag eine Demonstration in Plön angemeldet, nachdem ein Aufmarsch durch die Stadt von den Behörden nicht genehmigt wurde. Von den 200 angemeldeten Teilnehmern verirrten sich gerade mal 26 auf den Bahnhofsvorplatz. Ihre rechten Parolen wurden von über 300 Gegendemonstranten aus dem bürgerlichen Lager deutlich übertönt.

Schon am Sonnabendvormittag war eine starke Polizeipräsenz in Plön sichtbar. Mit dabei auch Harald Koopmann, Leiter des Plöner Kreisordnungsamtes. "Erst am Freitagmittag war die Veranstaltung als Aufzug angemeldet worden", sagte Harald Koopmann vor Ort dem OHA. Nach einem Kooperationsgespräch sei die NPD zu einer stationären Kundgebung bewegt worden, die weniger als eine Stunde dauern sollte.
Zunächst 80 Rechte erwartet

So erwartete die Polizei zur Kundgebung am Sonnabendnachmittag in Plön zunächst 80 Rechte, die nach der Großdemonstration in Lübeck mit Begleitung der Polizei in der Regionalbahn aufgebrochen waren. "Aber die meisten stiegen in Pansdorf aus, wo sie ihre Autos abgestellt hatten", sagte Polizeidirektor Ulf Witt, Chef der Ersten Einsatzhundertschaft und Einsatzleiter in Plön. So stiegen nach der Zugfahrt von Lübeck in Plön noch 26 NPD-Anhänger mit aufgerollten Plakaten aus - darunter auch der NPD-Landesvorsitzende Jens Lütke.

Zu den Beobachtern der Demonstration gehörten auch Landespolizeidirektor Burkhard Hamm, der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka und Plöns Bürgermeister Jens Paustian. Lütke und seine Anhänger waren in Plön angetreten, um "gegen die Einschränkung ihrer Rechte zu demonstrieren". Die Demonstration stand unter dem Motto "Meinungsfreiheit akzeptieren - gegen staatliche Repressionen." Dabei musste die Polizei Lütke allerdings mehrfach auffordern, die Gegendemonstranten nicht zu provozieren. Schon nach 20 Minuten war die Rede Lütkes beendet. Nach 45 Minuten setzten sich die Rechten wieder mit Polizeibegleitung in den Zug in Richtung Kiel. "Nach Ende der Versammlung verlief der Abmarsch aller Beteiligten innerhalb weniger Minuten völlig problemlos", teilte Polizeisprecherin Silke Manthey mit.
Gegendemosntrant wurde abgeführt

Aus unbekannten Gründen war ein Gegendemonstrant bis kurz vor der Demonstration der NPD-Anhänger gelangt und musste von der Polizei abgedrängt werden. Der Mann wurde abgeführt. Sonst gab es nach Auskunft der Polizei keine weiteren Zwischenfälle. Nach OHA-Informationen waren allerdings am Vormittag schon junge Leute im Bereich des Plöner Schlosses unterwegs, die einen Polizeieinsatz erforderlich machten.

Insgesamt waren bei der Großdemonstration in Lübeck etwa 1800 Polizeibeamte im Einsatz. Unterstützt wurde die Polizeidirektion Lübeck dabei von Kräften der Bundespolizei und der Landespolizeien aus Hamburg, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen. In Plön waren zwei Einsatzhundertschaften sowie eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit aber auch eine Hundertschaft der Bundespolizei im Einsatz. Auf dem Parkplatz an der Ölmühle waren Wasserwerfer und Räumfahrzeuge postiert. Auch Diensthunde waren im Hintergrund. Die professionell agierende Polizei hatte die Lage sehr gut im Griff.

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