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Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 19:01 Uhr

Polizei erklärt Markt zu gefährlichem Ort

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach der Messerstecherei auf dem Eutiner Marktplatz zieht Polizei Konsequenzen

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 00:26 Uhr

Nach der Messerstecherei zwischen jungen Männern verschiedenster Nationalitäten auf dem Eutiner Marktplatz zieht die Polizei Konsequenzen: „Der Eutiner Markt ist mit zeitlicher Begrenzung als sogenannter gefährlicher Ort eingestuft worden. Die Polizei hat ihre Präsenz in diesem Bereich deutlich verstärkt und führt vermehrt Personenkontrollen durch“, sagte Polizeipressesprecher Ulli Fritz Gerlach gestern. Auch am Wochenende sei deshalb mit erhöhter Polizeipräsenz zu rechnen.

Gefährliche Orte sind Bereiche, in denen Polizeibeamte jede Person kontrollieren dürfen – auch ohne konkreten Anfangsverdacht. Vergangenen Montag war es auf dem Eutiner Marktplatz zu zwei Auseinandersetzungen zwischen jungen Irakern, Kurden und Arabern gekommen (wir berichteten). Nach Information unserer Zeitung soll es dabei ursprünglich darum gegangen sein, einen bestehenden Streit zu begraben. „Sie wollten sich abends wieder versöhnen“, hieß es. Doch anstelle der angekündigten drei jungen Männern kamen rund 15, größtenteils aus Lübeck, die Messer, Schlagstöcke und Schlagringe dabei hatten. Kurz darauf, gegen 22.30 Uhr, kam es zu einer Massenschlägerei, die sich vom Ehrenmal bis zur Drogerie Rossmann verlagerte. Anlieger alarmierten die Polizei, die mit mehreren Einsatzfahrzeugen anrückte. Vier Personen wurden verletzt. Ein 21-Jähriger soll mit dem Messer sogar an der Lunge verletzt worden sein, kurzzeitig in Lebensgefahr geschwebt haben.

„Die Ermittlungen in diesem Verfahren sind sehr komplex. Der Tathergang und weitere Einzelheiten werden von der Lübecker Staatsanwaltschaft und der Polizei derzeit geprüft“, sagte Gerlach. Die Ermittlungen gestalteten sich aufgrund der Vielzahl der Personen und sprachlicher Barrieren schwierig.

Auch den Flüchtlingen fällt die erhöhte Polizeipräsenz in der Innenstadt und an den Unterkünften in Eutin auf. Viele von ihnen sagen: „Sie können uns gerne kontrollieren, wir haben nichts zu verbergen. Aber wir sind sauer, dass andere Flüchtlinge so etwas getan haben und uns damit alle schlecht machen in den Augen der Deutschen.“



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