Polizei chauffierte Mann ins Amtsgericht

29-Jähriger wollte Verhandlung mit dem Gericht nur am Telefon führen

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25. November 2016, 14:09 Uhr

Einen eigenen Umgang mit der Justiz versuchte ein 29-jähriger Mann aus Trappenkamp im Kreis Segeberg zu pflegen. Angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis sollte er sich vor dem Plöner Amtsgericht verantworten.

Dem ersten Termin blieb er ohne Entschuldigung fern, für den zweiten Termin hatte das Gericht vorsorglich einen Vorführungsbefehl an die Polizei geschickt. Sie konnte ihn aber nicht in Gewahrsam nehmen, bekam aber telefonischen Kontakt zu ihm. Über die Polizei ließ er dem Gericht mitteilen, er stünde für weitere Erörterungen telefonisch bereit. Ansonsten sei er der Meinung, dass sich die Justiz mit seiner Sache nicht zu befassen habe, denn es ginge um eine rein familiäre Angelegenheit.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Kiel sollte der Angeklagte im Oktober 2015 seinem Stiefvater in Ruhwinkel im Kreis Plön einen Blumenkübel über den Kopf geschlagen und mit weiteren Schlägen das Nasenbein gebrochen haben. Obwohl ihm wegen einer Trunkenheitsfahrt der Führerschein entzogen war, tauchte er bei seinem Opfer mit seinem Auto auf.

Das Angebot, das ihm das Gericht dann machte, passte so gar nicht in die Vorstellung des Angeklagten: Entweder sofort zu erscheinen oder das Weihnachtsfest im Gefängnis zu verbringen. Auf Letzteres verzichtete der Vorgeladene dann doch und ließ sich von der Polizei zur Verhandlung chauffieren. Belustigt hörte er sich hier die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft an und erklärte, keine Angaben zur Sache machen zu wollen.

Eine Verurteilung wegen der angeklagten Körperverletzung scheiterte letztlich wegen eines nicht gestellten Strafantrages durch den Stiefvater, aber für das Fahren ohne Fahrerlaubnis gab es eine Geldstrafe von 500 Euro und eine weitere Führerscheinsperre von einem Jahr.

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