Eutin : „Polizei braucht Tarifkräfte“

Der frisch gewählte Vorstand der GdP-Tarifkommission. Von links: Matthias Paulke   (Stellvertretender Schriftführer), Angelika Schümann (Schriftführerin), Norina Gloy-Leinweber (Vorsitzende), Martina Vogt und Oliver Hein (beide Stellvertretende Vorsitzende).
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Der frisch gewählte Vorstand der GdP-Tarifkommission. Von links: Matthias Paulke (Stellvertretender Schriftführer), Angelika Schümann (Schriftführerin), Norina Gloy-Leinweber (Vorsitzende), Martina Vogt und Oliver Hein (beide Stellvertretende Vorsitzende).

Die 5. GdP-Tarifkonferenz fand in Eutin statt. Die Landesregierung war durch Innenstaatssekretärin Söller-Winkler vertreten.

shz.de von
24. März 2017, 17:08 Uhr

Die berufliche Situation sowie die Perspektiven der Tarifbeschäftigten in der Landespolizei standen im Mittelpunkt der 5. Tarifkonferenz, die von der Tarifkommission der Gewerkschaft der Polizei (GdP) organisiert worden war. 38 Delegierte aus Schleswig-Holstein sowie Alberdina Körner von der Bundes-GdP aus Berlin sowie Torsten Jäger und Andreas Kropius aus dem Geschäftsführenden Landesvorstand der GdP waren hierzu nach Eutin ins Hotel „Seeschloss am Kellersee“, gekommen.

„Ohne Tarifbeschäftigte könnte die Polizei nicht so effektiv arbeiten und wäre nicht so erfolgreich“, unterstrich der Geschäftsführende GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger. Folglich seien auch Qualifizierungs- und Fortbildungsmöglichkeiten anzubieten und eine entsprechende Bezahlstruktur für die betroffenen Beschäftigten vorzuhalten. Die in jüngster Zeit zunehmende Zahl von entfristeten Arbeitsverhältnissen und Höhergruppierungen sei der richtige Weg, so Jäger. Und auch die Staatssekretärin im Innenministerium, Manuela Söller-Winkler, stellte die Bedeutung der fast 1000 Tarifbeschäftigten mit ihren vielfältigen und für die Polizei wertvollen beruflichen Qualifikationen in der Landespolizei heraus. „Sie alle werden Tag für Tag gebraucht und Ihnen allen wird zum Teil Enormes abverlangt“, sagte Söller-Winkler. Das gelte für Techniker im IT-Bereich oder Schreibkräfte, die beispielsweise Vernehmungsprotokolle zur Kinderpornografie protokollierten genauso wie für die rund um die Uhr arbeitenden Angestellten auf der Datenstation in Kiel oder Spurensicherer im Tarif-Beschäftigten-Verhältnis, so die Staatssekretärin.

„Deshalb stellen wir beständig neue Tarifkräfte ein, fast 120 seit Herbst 2015“, unterstrich Söller-Winkler. Dazu zählte die Staatssekretärin zur Unterstützung der Terrorabwehr Internet- und Funkzellen-Auswerter, Islam-Wissenschaftler oder Betreuer für Islamismus-Rückkehrer, aber auch Fachlehrer für die erhöhten Ausbildungszahlen in der PD  AFB mit Schwerpunkten Informatik und Sport sowie Tarifkräfte zur Begleitung von Schwerlasttransporten. Aktuell liefen sogar Ausschreibungen für insgesamt sechs Puppenspieler für den „Polizeikasper“. „Das Puppenspiel zur Verkehrsprävention ist anerkannt wichtig, soll aber in Zukunft nicht mehr durch Polizei-Vollzugspersonal geleistet werden“, erklärte die Innenstaatssekretärin.

Auch wenn dauerhaft nicht auf befristete Arbeitsverträge in der Landespolizei verzichtet werden könne, werde jedoch angestrebt, alle schon länger befristet tätigen Beschäftigten zu entfristen. Und dies unter sehr enger Einbindung der Personal-Vertretungen und der Berufs-Verbände. „Gerade auf diesem Feld haben GdP-Vertreter viele gute und zielführende Ideen eingebracht“, lobte Söller-Winkler. Ferner kündigte die Staatssekretärin weitere Schritte zu Entwicklungs-, Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Tarifbeschäftigten der Polizei an. Und eine angemessene Bezahlung. „Grundgehälter und Zulagen müssen angemessen, gerecht, plausibel und vergleichbar sein. In Teilen seien deshalb auch Höhergruppierungen bzw. Hebungen angezeigt, so Söller-Winkler. Vor allem sei es eine Herausforderung, sehr gut qualifiziertes Tarifpersonal nicht nur zu gewinnen, sondern auch an die Polizei zu binden. „Unsere Bemühungen müssen und werden sich auch weiterhin daran ausrichten, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu erhalten“, stellte sie fest. Söller-Winkler dankte der GdP für die Unterstützung. „Sie sind mit ihrem ausgewiesen Fachverstand stets ein konstruktiv-kritische Gesprächspartner“, so Manuela Söller-Winkler. Die Aussagen der Staatssekretärin fielen bei den Gewerkschaftern auf fruchtbaren Boden. „Wir erwarten, dass sich der Dienstherr auf den demografischen Wandel einstellt und Fachkräfte findet und bindet. Und auch für die Tarifbeschäftigten fordern wir attraktive Altersteilzeitmodelle in der Landespolizei“, konstatierte Norina Gloy-Leinweber (Lütjenburg), die einstimmig für vier Jahre bestätigte Vorsitzende der GdP-Tarifkommission. Mit demselben Ergebnis wurden auch ihre Stellvertreter Martina Vogt und Oliver Hein gewählt. Angelika Schümann bleibt Schriftführerin, ihre Vertreter wurde Matthias Paulke. Die GdP-Tarifkommission repräsentiert rund 400 Tarifbeschäftigte der GdP in Schleswig-Holstein.



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