Politiker trommelten eifrig für Kinderrechte

Politiker und Kinderschützer trommelten gestern vor dem Rathaus für Kinderrechte. Foto: Schröder
Politiker und Kinderschützer trommelten gestern vor dem Rathaus für Kinderrechte. Foto: Schröder

Wenn sich alle Politiker künftig so einig sind, wie gestern auf dem Eutiner Marktplatz, dürfen Kinder in Deutschland auf eine rosige Zukunft hoffen. Gemeinsam schlugenVertreter aller politischer Farben vor dem Rathaus für mehr Kinderrechte auf bereitgestellte Trommeln.

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21. September 2009, 10:18 Uhr

Eutin | Um 12 Uhr Mittags legten Politiker und Kinderschützer auf selbstgebastelten Trommeln los, die der Kinderschutzbund Eutin bereitgestellt hatte - allerdings mussten die eifrigen Trommler wohl angesichts des gewählten Termins weitgehend auf Publikum verzichten. So bekamen die wenigsten Eutiner mit, dass Bärbel Baier, Vorsitzende des Kinderschutzbunds Eutin, die eifrigen Trommler auf Unterstützung für das Ziel einschwor, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Anlass der Aktion war das 20-jährige Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention.

Immerhin zeigten sich alle Politiker einig, dass ein grober Webfehler der Hartz-IV-Gesetzgebung korrigiert werden muss, auf den Uta Steinkamp, Leiterin der Kita "Kinderinsel" des Kinderschutzbundes, hinwies. Das Problem: Kinder, die in sozial schwachen Familien leben, haben faktisch von der jünsten Kindergelderhöhung nichts gesehen. Denn das gesamte Kindergeld wird von den Sozialleistungen abgezogen. Ein Schulkind bekommt weiterhin bis zu seinem 14. Lebensjahr genau 251 Euro Regelleistung, nicht mehr. "Es steht in den Programmen aller Parteien, dass hier nachgeregelt werden muss", sagte CDU-Bundestagskandidat Ingo Gädechens.

Handlungsbedarf besteht auch an anderer Stelle, wie SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch betonte. So seien es gerade Kinder sozial schwacher Familien, die in offenen Ganztagsschulen aus Kostengründen nicht am Mittagessen und den anschließenden Angeboten teilnähmen. Eine wenig vorteilhafte Entwicklung, wie Uta Steinkamp darlegte: "Wenn wir uns beklagen, dass Kinder in der Stadt rumhängen, wäre es sinnvoll, diesen Kindern ein Angebot zu machen." Derzeit müssen Organisationen wie der Kinderschutzbund in die Bresche springen. So wie an der Albert-Mahlstedt-Schule, wo der Kinderschutzbund Spenden sammelt, damit die Kinder, die es sich nicht leisten können, trotzdem ein Mittagessen bekommen.

Gut vorangekommen ist unterdessen die Volksinitiative "Kinderrechte stärken - Armut bekämpfen", berichtete Uta Steinkamp. Die erforderlichen 20.000 Unterschriften, mit denen der Landtag aufgefordert wird, sich mit der Verankerung von Kinderrechten in der Landesverfassung zu befassen, seien mittlerweile erreicht.

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