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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 20:07 Uhr

Politik nimmt Spielplätze ins Visier

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

CDU will kaum genutzte Anlagen versilbern und das auf diese Weise gewonnene Geld für Kinder und Jugendliche reinvestieren

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 18:24 Uhr

Lassen sich ungenutzte Spielplätze in der Gemeinde zu Geld machen? Diese Frage hat sich die CDU-Fraktion gestellt und eine Überprüfung der Spielplatzsituation in der Gemeinde angeregt. Gelder, die durch eine Aufgabe eingespart würden – etwa Tüv-Gebühren für die Überprüfung von Spielgeräten – oder die durch einen Grundstücksverkauf eingenommen würden, könnten nach Vorstellung der CDU zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen reinvestiert werden: in die verbleibenden Spielplätze, Jugendeinrichtungen oder Jugendarbeit.

Kein Widerspruch zu der grundsätzlichen Idee, jedoch zum Umgang mit Verkaufserlösen aus Grundstücksverkäufen kam in diesem Punkt von Grünen-Gemeindevertreter Peter Sauvant. Er wies auf die prekäre Haushaltslage der Gemeinde hin. „Wir müssen das Geld zur Schuldentilgung nehmen, nicht um neue Begehrlichkeiten zu befriedigen.“ Volker Wandhoff (CDU) forderte dagegen, von solchen Mitteln „lieber vernünftige Spielgeräte zu kaufen“.

Als Beispiel für eine fragwürdige Spielplatzsituation nennt die CDU in ihrem
Antrag einen Spielplatz im Hermann-Möller-Weg in Krummsee. Dort habe die Dorfschaft im September 2013 den Antrag gestellt, den im Bebauungsplan festgelegten Spielplatz aufzugeben. Mittlerweile ist von dem sehr versteckt liegenden Spielplatz nur noch das hölzerne Eingangstor übrig. Spielgeräte gibt es dort nicht mehr.

Laut Dorfschaft sei der Platz nicht mehr angenommen worden, erläuterte die CDU. Die Kinder seien aus dem Spielplatzalter herausgewachsen, der Spielplatz habe sich in einem schlechten, ungepflegten Zustand befunden und Familien verfügten über Spielgeräte auf dem eigenen Grundstück. Zudem habe ein direkter Nachbar
Interesse bekundet, eine Teil-Fläche des Spielplatzes zu erwerben.

Außerdem hat die CDU weitere Spielplätze im Visier: In der Berliner Straße und in der Straße Drei Eichen lägen zwei Spielflächen in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Spielplatz Drei Eichen werde genutzt, in der Berliner Straße liege die Fläche als Grünfläche ohne erkennbaren Nutzen brach. Laut Anwohnern nicht mehr genutzt werde eine Spielplatz in der Wilhelm-Erich-Straße.

Daher fordert die CDU nun eine Fortschreibung des Spielplatzkonzeptes aus dem Jahr 2008/2009. Auf Basis eines aktuellen Zustandsberichts über Flächen und Geräte solle dann eine Bedarfsanalyse erfolgen, welche Plätze noch benötigt würden, ob diese Plätze noch attraktiv genug seien oder ob eine Nutzungsänderung oder Veräußerung sinnvoll sei.

Die Verwaltung hat als Antwort auf den CDU-Antrag bereits eine Statistik erarbeitet. Demnach gibt es in der Gemeinde gut 20 Spielplätze, in deren Einzugsgebieten 1115 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren leben. Besonders wenige Kinder leben demnach im Umfeld der Spielplätze Wilhelm-Ehrich-Straße (21 Kinder), Janusallee (28), Holm (29) und Bärwalder Weg (34). In Krummsee verzeichnet die Statistik 33 Kinder.

Spitzenreiter bei der Auslastung sind der Spielplatz Steinbusch (174 Kinder), Drei Eichen, Klaus-Groth-Weg (beide 112) und An den Auewiesen (98).

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