Pluspunkte bei Kinderbetreuung

Das Anmeldeverfahren in Eutin läuft in geordneten Bahnen

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15. Mai 2015, 16:51 Uhr

Bisweilen hilft ein Blick in die Ferne, um das Gute nahe liegen zu sehen. Das gilt auch für die Anmeldeverfahren bei Kindertagesstätten: In München verzichten laut Süddeutscher Zeitung etliche Eltern auf die Fahrt in den Sommerurlaub, weil sie nach 40 Absagen immer noch um einen Betreuungsplatz bangen müssen. In Eutin dagegen wissen die meisten Eltern bereits seit März, wo ihr Kind ab August betreut wird.

Für das neue Kindertagesstättenjahr lagen der Stadtverwaltung bis zum Vergabetermin im Februar 91 Anmeldungen für Kinder über drei sowie 56 Anmeldungen für Kinder unter drei Jahren vor. Die Verwaltung gab den Stadtvertretern im Mai mit dem Hinweis, dass entsprechende Verträge mit den Eltern geschlossen worden seien, folgendes Fazit: „Nach zwei Arbeitsgesprächen mit den Leitungen konnte für jede Anmeldung ein Betreuungsangebot gegeben werden. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden auch alle Ganztagsbetreuungswünsche erfüllt.“

Mit zehn Kindergärten in konfessionell und konzeptionell verschiedener Trägerschaft verfügt die Kreisstadt seit Jahren schon über ein breit gefächertes Betreuungsangebot. Es deckt mittlerweile auch die seit 2013 gesetzlich verankerte Betreuungsquote von 30 Prozent für Kinder unter drei Jahren ab. Zu den Plätzen in den Tagesstätten kommen rund 20 Tagesmütter, die sehr flexibel auf zeitliche Bedürfnisse berufstätiger Eltern reagieren und damit individuelle Lösungen erleichtern.

Die Stadt unterstützt den Betrieb der Kindertagesstätten jährlich mit rund 1,6 Millionen Euro und beteiligt sich auch an den Investitionen zur Modernisierung und Erweiterung der Einrichtungen. Unklar ist aber, wie sich das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Betreuungsgeld in Eutin auswirken wird, sprich: ob nach dem Stopp für staatliche Zahlungen an Eltern jetzt doch mehr Anmeldungen für Kindergärten folgen. „Ganz sorgenfrei bin ich da nicht“, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz gestern mit Blick auf die vorhandenen und gut ausgelasteten Kapazitäten.

Mit einem rechnet der Verwaltungschef ohnehin schon fest: „Der Druck, die Öffnungszeiten noch stärker nach den Arbeitszeiten der Eltern auszurichten, wird weiter zunehmen.“ Das spiegelt sich bereits in den starken Nachfragen für die Kindergärten im Stadtgebiet, die von früh bis spät gestaffelte Betreuungszeiten anbieten.

Auffällig ist zudem, dass viele Eltern ihren Wunschkindergarten in zentraler Lage und nicht in den Außenbereichen sehen. Die evangelische Kirchengemeinde reagiert darauf, indem sie die Kita Kamp aufgeben und in den Neubau der Kita Bischof-Wilhelm-Kieckbusch verlagern will. Die Stadtverwaltung sieht das positiv: „Damit wird in Eutin eine zentral gelegene und baulich attraktive Kindertageseinrichtung mit einem umfangreichen differenzierten Angebot geschaffen.“

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