Eutin : Plüsch-Behandlung hilft fast immer

Teddy-Beauftragter Mel Camelly (links) übergab gestern mit Lions-Präsident Tim Hagemann (3.v.r.) und Sohn Hannes die Trost-Teddys an Bertram Illert (2.v.l.) und sein Team von der Eutiner Sana-Klinik.
Teddy-Beauftragter Mel Camelly (links) übergab gestern mit Lions-Präsident Tim Hagemann (3.v.r.) und Sohn Hannes die Trost-Teddys an Bertram Illert (2.v.l.) und sein Team von der Eutiner Sana-Klinik.

Besonderes Weihnachtsgeschenk: Eutiner Lions übergeben 1000 Trost-Teddys für Kinder in Notfällen an das Team der Sana-Klinik.

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20. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Erwachsene sehen ein Plüschtier, für Kinder ist es ein neuer Freund, den sie in fremder Umgebung nach einem für sie schrecklichen Ereignis bekommen und auf der Stelle ins Herz schließen können. 1000 dieser sogenannten Trost-Teddys überreichte der Lions-Club Eutin gestern an die Eutiner Sana-Klinik.

Bertram Illert, ärztlicher Direktor der Eutiner Klinik, bestätigt die Wirkung: „Die Kinder fokussieren sich sofort auf den Teddy und können ihre Umgebung total ausgrenzen. Das kriegt man mit keiner anderen Maßnahme hin.“ Selbst ein Schmerzmittel habe nicht die Wirkung, die bei dem Trost-Teddy zu beobachten sei. „Wenn die Kinder mit Verletzungen ins Krankenhaus kommen, ist es neben dem Schmerz oft die Unsicherheit, die Nervosität der Eltern und viele Fremde in Kitteln, die aus Kindersicht nicht gerade zum Wohlempfinden beitragen“, sagt Illert. In der Notfallambulanz kommen die Teddys am häufigsten zum Einsatz. Gut ein Drittel der rund 12 000 Notfallpatienten im Jahr seien Kinder, schildert Illert. Doch zwischen Knochenbrüchen und blutigen Verletzungen in der Notfallambulanz kommen Teddys auch im Aufwachraum nach einer Operation zum Einsatz: „Nicht immer erlaubt es die Situation, dass die Eltern im Moment des Aufwachens dabei sein können“, sagt Illert, dann beruhige ein Teddy als erster Begleiter die kleinen Patienten auch erfolgreich.

Mit all den Informationen sei es für die Lions mittlerweile einfacher geworden, Paten und Spender für die Trost-Teddys zu finden. „Menschen, die sich auf ein Gespräch einlassen und erfahren, wie und wann so ein Teddy hilft und zum Einsatz kommt, kaufen in der Regel mindestens einen, in dem sie fünf Euro geben, manche gleich mehr“, sagt Mel Camelly. Das Service-Mitglied kam vor etwas mehr als fünf Jahren auf den flauschigen Helfer, als er von einem Polizisten in Niedersachsen und der daraus entstandenen Aktion der Deutschen Teddy-Gesellschaft hörte. Seitdem ist Camelly der Teddy-Beauftragte des Lions-Club Eutin und sorgt neben dem Werben für die Aktion für die Verteilung der „Plüschnasen“ in Eutin und Umgebung. Neben der Sana-Klinik haben die Rettungswagen und ebenso die Einsatzfahrzeuge der Polizei in Folie verpackte Teddys an Bord – zum Trösten im Not- oder Ernstfall.

Neben dem Kuschelfaktor, der laut Camelly extra von Kindern in den Niederlanden bewertet und getestet wurde, hat der Teddy an seinem Ohr einen Anhänger, auf dem nicht nur das Kind den Namen von sich und seinem neuen Begleiter eintragen soll, sondern auch aufgefordert wird, ein Bild oder eine Karte von dem Ereignis zu malen, was es erlebt hat und an die Deutsche Teddy-.Stiftung zu schicken. „Einmal jährlich werden dann unter allen Einsendungen 100 Zentimeter große Teddys verlost“, sagt Mel Camelly.

Da die Aktion der Lions mittlerweile so bekannt sei, konnte die Spendensumme von rund 4800 Euro im vergangenen Jahr auf mehr als 6000 Euro in diesem Jahr gesteigert werden. Das ermöglichte die„1000 Teddys für die Sana“, sagt Camelly erfreut.

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