Malente : Plünderer im früheren „Immenhof“

Die Pflanzen draußen werden immer mehr, drinnen wird es immer weniger: Einbrecher bedienten sich im ehemaligen Immenhof.
Die Pflanzen draußen werden immer mehr, drinnen wird es immer weniger: Einbrecher bedienten sich im ehemaligen Immenhof.

Einbrecher haben das ehemalige Seniorenheim in den vergangenen Monaten mehrmals heimgesucht, um die Immobilie auszuschlachten.

shz.de von
19. Mai 2015, 14:51 Uhr

Malente | Vor gut zwei Jahren scheiterte der Versuch, das Seniorenheim Immenhof wieder zu beleben. Inzwischen hat sich der leerstehende Gebäudekomplex in der Hinrich-Wrage-Straße offensichtlich zu einer ersten Adresse bei einer ungebetenen Klientel entwickelt. Schon drei Mal suchten Einbrecher die Einrichtung in den vergangenen Monaten auf.

Erstmals schlugen die Diebe im November 2014 zu. Bei ihrem Beutezug ließen sie sich offenbar viel Zeit. Im Winter 2014 montierten die Täter in den 150 Appartements etliche Armaturen ab: Wasserhähne an den Duschen und Waschbecken in allen Zimmern – rund 200 Stück an der Zahl. Dabei demolierten sie zahlreiche Türen, da die Zimmer abgeschlossen waren. Mittlerweile stehen die Türen auf, damit die Täter bei den Einbrüchen wenigstens nichts kaputtmachen.

Zwar sieht ein Hausmeister regelmäßig nach dem Rechten, doch bislang konnte der offenbar immer nur feststellen, dass Einbrecher da waren. In diesem Jahr kamen sie in der Zeit vom 18. bis 21. April und leisteten wieder ganze Arbeit. Im Keller machten sie sich über das Stromnetz her. Dabei müssen sie hunderte Meter Kupferkabel herausgerissen haben. Die Rede war von einem Gewicht von rund zwei Tonnen, die sie wohl mit einem Lieferwagen abtransportierten.

Die Beute reichte offenbar noch nicht: In der Zeit zwischen dem 10. Mai um 6.45 Uhr und dem 11. Mai, um 15.15 Uhr rückten erneut Einbrecher an. Diesmal rissen sie in einem anderen Bereich des Kellers Kabel heraus – Stromkabel, Klingelkabel, Telefonkabel.

Auch einige Heizkörper haben die Diebe bei ihren Einbrüchen mitgenommen. Der Versuch, in den Heizungsraum einzudringen, scheiterte bislang an der soliden Stahltür, die Aufbruchversuchen noch standhielt. Der Gesamtschaden dürfte sich mittlerweile auf einen fünfstelligen Betrag belaufen.

Beim Hauseigentümer, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg, ist man angesichts der Entwicklung besorgt: „Wir sind nicht glücklich mit dem Zustand der Immobilie“, erklärte Güde Lassen, Bereichsleiterin Kommunikation und Marketing, ohne Umschweife. Bislang sei es leider nicht gelungen, einen Käufer für das Haus zu finden. Allerdings gebe es derzeit erste Verkaufsgespräche mit einem möglichen Investor.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen