Eutiner Jungfernstieg : Plötzlich waren die Bügel verschwunden

Lübecker Hütchen markierten gestern noch den Standort der ungeliebten Metallbügel, heute soll die Oberfläche des Geh- und Radweges begradigt werden.
Lübecker Hütchen markierten gestern noch den Standort der ungeliebten Metallbügel, heute soll die Oberfläche des Geh- und Radweges begradigt werden.

Über zehn Jahre ärgerten sie Radfahrer, Rollstuhlfahrer, Autofahrer und Arbeiter des Baubetriebshofes: Eiserne Bügel im Eutiner Jungfernstieg. Seit gestern sind sie Geschichte.

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06. Juni 2014, 04:00 Uhr

Seit etwa zehn Jahren lieferten sie immer wieder Diskussionsstoff, seit gestern sind sie Vergangenheit: Angestellte des Baubetriebshofes haben die Metallbügel entfernt, die einen Bürgersteig im Jungfernstieg geteilt hatten. Auf Anweisung von Karen Dyck aus dem städtischen Bauamt wurden die Bügel ersatzlos entfernt. Heute soll die Oberfläche des kombinierten Fuß- und Radweges, der auf der Seite der Behörden liegt, begradigt werden.

Installiert worden waren die Bügel, wie sich Karen Dyck erinnert, als Abwehr von Falschparkern in der Saison der Eutiner Festspiele. Anfangs war mit Flatterbändern gegen fahrzeugführer vorgegangen worden, die unerlaubt auf dieser Straßenseite parken wollten, bevor die Bügel als dauerhafte Lösung installiert wurden.

Doch was als Abwehr für einen Zeitrum von acht Wochen gedacht war, sorgte 52 Wochen im Jahr für Ärger. Viele Fußgänger und Radfahrer verstanden die Bügel als eine Trennung zwischen dem ihnen zuständigen Teil des Bürgersteigs. Allerdings war der der Abstand von 50 Zentimetern zwischen Bordsteinkante und Bügel für ungeübte oder junge Radfahrer eher eine Herausforderung.

Auf der anderen, der Straßen abgewandten Seite gab es durch Bügel und Bäume sowie Straßenlaternen unerwünschte Engpässe, die Rollstuhlfahrer nicht passieren konnten und auch für die Radfahrer gefährlich waren.

Außerdem sei die Pflege des Weges erschwert worden, sagte Karen Dyck, vor allem durch die Beseitigung von Bewuchs unter den Bügeln. In der Abwägung der Vor- und Nachteile habe sie sich für den Abbau der Bügel entschieden.

Möglicherweise könne man in der Festspielzeit wieder auf Flatterband zurückgreifen. Dyck: „Vielleicht könnte auch mal die Polizei dafür sorgen, dass dort nicht nicht geparkt wird.“

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