Bosau : Plötzlich sind sechs Schilder weg

In der Stadtbeker Straße in Bosau gibt es keine Verkehrsberuhigung mehr
In der Stadtbeker Straße in Bosau gibt es keine Verkehrsberuhigung mehr

Ein seit nahezu 20 Jahren verkehrsberuhigter Bereich in Stadtbeker Straße wurde nach einer Verkehrsschau aufgehoben.

von
30. Januar 2015, 04:30 Uhr

Anwohner der Stadtbeker Straße in Bosau reiben sich verdutzt die Augen: auf einmal waren die Verkehrsschilder im Zuge der Kreisstraße 32 weg, die den Straßenverkehr dort bisher auf 30 km/h beschränkten. Zunächst vermuteten sie einen 30. Geburtstag, für den die Schilder abgebaut wurden.

Licht ins Dunkel bringt Anja Sierks-Pfaff, Sprecherin des Kreises Ostholstein. Anlässlich von Verkehrsschauen, an denen neben der Verkehrsbehörde noch Vertreter der Gemeinde Bosau, der Polizei und des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr teilnahmen, wurde überprüft, ob die vorhandene Beschilderung noch korrekt und sinnvoll ist. Sierks-Pfaf: „Dies insbesondere im Hinblick auf die 2013 neu gefasste Straßenverkehrsordnung, die mit dem Ziel erlassen wurde, den vorhandenen Schilderwald zu verringern.“

Bei der 2014 in der Gemeinde Bosau vorgenommenen Verkehrsschau fiel auf, dass innerhalb der Ortschaft Bosau in der Stadtbeker Straße eine 30 km/h-Beschilderung vorhanden war. Da weder besondere Gefahrensituationen erkennbar, noch Auffälligkeiten bei der Polizei registriert waren, wurde festgestellt, dass ein Abweichen von der innerorts geltenden Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h nicht mehr erforderlich ist. Entsprechend wurde die Entfernung der 30 km/h-Beschilderung angeordnet.

Aus der Bosauer Gemeindeverwaltung hieß es dazu, dass die Voraussetzungen für eine Verkehrsberuhigung in der Stadtbeker Straße gar nicht gegeben sind. Voraussetzungen seien Schulen, Kindergärten oder Altenheime. So musste die Gemeinde – wie in Brackrade übrigens auch – die Schilder nach fast 20 Jahren wieder abbauen. Damals habe es wohl eine bessere Begründung zum Aufbau gegeben.

Doch die 30er-Zonen in der Stadtbecker Straße und in Brackrade standen auch oft im Mittelpunkt von Radarkontrollen. Sind die verhängten Bußgelder denn überhaupt noch gültig, wenn die Schilder dort gar nicht zulässig sind? „Verkehrszeichen werden immer mit der Aufstellung wirksam und sind zu beachten, bis sie entfernt werden“, sagte Anja Sierks-Pfaff. Das gelte selbst für Fälle, in denen ein Verkehrszeichen rechtswidrig angeordnet sein sollte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen