Plöner helfen beim Start in ein neues Leben

Noch im Mai eröffnet der Kreis Plön die Gemeinschaftsunterkunft in der Plöner Rautenbergstraße, in der bis zu 51 Menschen Platz finden.
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Noch im Mai eröffnet der Kreis Plön die Gemeinschaftsunterkunft in der Plöner Rautenbergstraße, in der bis zu 51 Menschen Platz finden.

Gemeinschaftsunterkunft in der Plöner Rautenbergstraße wird in diesen Tagen eröffnet / Ein Plöner Ehrenamtskreis ruft eine neue Spendenbörse ins Leben

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14. Mai 2015, 13:24 Uhr

Oft haben sie den weiten Weg aus Syrien, Albanien oder Mazedonien auf sich genommen und lassen ihr altes Leben hinter sich, um hier ein ganz neues zu beginnen. Um den Flüchtlingen den Beginn in ihrer neuen Heimat zu erleichtern, richtet der Kreis Plön eine Sammelunterkunft ein und der Ehrenamtskreis der Stadt Plön hilft mit einer Spendenbörse.

„Bereits in diesem Jahr hat der Kreis Plön schon mehr als 230 Flüchtlinge aufgenommen. Neun bis 14 Menschen pro Woche finden den Weg zu uns. Bis Ende des Jahres rechnen wir mit insgesamt 700 Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen“, erklärt der stellvertretende Landrat des Kreises Plön Werner Kalinka. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem der Kreis Plön insgesamt rund 400 Flüchtlinge aufgenommen hat, steigt die Zahl der Flüchtlinge stetig. Aber die Zahl der Wohnungen in den Gemeinden ist begrenzt. Um den Kommunen eine Vorlaufzeit bei der Suche nach einer Bleibe für die Flüchtlinge zu verschaffen, richtet der Kreis Plön eine Gemeinschaftsunterkunft ein.


Ein Zuhause auf Zeit


Vor dem ehemaligen Restaurant „Bock’s Stadthus“ in der Plöner Rautenbergstraße standen lange Zeit ein großer Container mit Bauschutt und mehrere Fahrzeuge ansässiger Handwerksbetriebe. „Im November 2014 haben wir den Beschluss für eine Sammelunterkunft in diesem Gebäude gefasst und wir hoffen, die Unterkunft noch im Mai eröffnen zu können“, sagt Andreas Siebelts, der im Kreis für die Organisation der Gebäude und Liegenschaften zuständig ist. Für 320  000 Euro sei das Gebäude vom Kreis Plön gekauft worden. 120  000 Euro werden voraussichtlich für die Umbauarbeiten benötigt. Das Land Schleswig-Holstein beteilige sich mit rund 70 Prozent an den entstehenden Kosten.

Die Gemeinschaftsunterkunft soll den Flüchtlingen dabei helfen, in den ersten Wochen in Deutschland eine erste Orientierung in einem für sie fremden Land zu erhalten. „Nachdem die Flüchtlinge nach ihrer Einreise in Deutschland beim Landesamt in Neumünster ihren Asylantrag gestellt haben, führt ihr Weg sie zur Ausländerbehörde des Kreises Plön. Dort finden sie in den ersten vier bis sechs Wochen ein Zuhause in der Gemeinschaftsunterkunft, bevor wir für sie eine geeignete Wohnung gefunden haben“, erklärt Wolfgang Mengel vom Amt für Soziales den Ablauf. Es sei wichtig, bei der Wohnungssuche auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen Rücksicht zu nehmen. Die Aufenthaltsdauer in der Sammelunterkunft sei aber auf maximal sechs Monate begrenzt.

„In insgesamt 13 Wohneinheiten finden zukünftig bis zu 51 Menschen auf jeweils 12 bis 50 Quadratmetern Platz. Alle Zimmer sind mit Betten, einem Schrank, Tisch, Stühlen, einem Fernseher und einem Kühlschrank ausgestattet. Außerdem verfügt jede Wohneinheit über ein eigenes Badezimmer“, beschreibt Siebelts die Einrichtung. Die ehemalige Restaurantküche wird zu einer Gemeinschaftsküche umgebaut und der neue Gemeinschaftsraum kann zum Beispiel für gemeinsame Mahlzeiten genutzt werden. Den Bewohnern stehe sogar ein Internetanschluss zur Verfügung. „Ebenfalls untergebracht in dem Haus ist das Büro der Heimleiterin und gelernten Arzthelferin Martina Bergmann. Außerdem stehen ein Hausmeister und zwei sozialpädagogische Mitarbeiterinnen den Bewohnern zukünftig mit Rat und Tat zur Seite“, freut sich Kalinka.


Ein Willkommensgruß aus der neuen Heimat


Bei ihrer Ankunft in der Rautenbergstraße erhalten die Flüchtlinge ein erstes Hausratpaket vom Kreis Plön. „Dieses enthält neben Bettwäsche und Handtüchern auch Töpfe, Tassen und Teller“, sagt Wolfgang Mengel. Ein weiteres Willkommenspaket mit Informationszetteln über Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, die Plöner Tafel und Kleidergarage, Bus- und Bahnfahrplänen, einem Stadtplan von Plön und einem ersten Essenspaket erhalten die geflohenen Menschen vom Ehrenamtskreis „Willkommenskultur“. „Die Informationszettel haben wir sogar in den Sprachen Arabisch, Syrisch, Russisch und Kurdisch vorrätig“, sagt die Leiterin des Plöner Sozialamtes Elke Springer. Im Oktober 2014 gründete sie den Ehrenamtskreis „Willkommenskultur“, dem bisher 25 Helferinnen und Helfer angehören. „Vor zwei Monaten kamen wir auf die Idee, eine Spendenbörse einzurichten.

Die Flüchtlinge erhalten zwar eine Grundausstattung, aber sie können neben Bett, Tisch, Schrank und Stuhl auch Fernseher, Fahrräder, Schüsseln, Töpfe, Teller, Besteck und weitere Haushaltsgeräte gebrauchen“, sagt Springer. Wer etwas spenden möchte, meldet sich bei Hannelore Köpp (Tel. 04522/593698) melden. „Sie verfügt über eine Liste, in der alle Spenden aufgeführt sind. Wenn die Flüchtlinge etwas davon benötigen, stellen wir den Kontakt zu den Spendern her und holen die Sachen ab“, erklärt Lynn Piepgras, die für die dezentrale Ortsunterbringung der Flüchtlinge in Plön, Bösdorf und Ascheberg zuständig ist. „Wer keine Sachspenden hat, aber die Flüchtlinge trotzdem unterstützen möchte, der kann das Spendenkonto nutzen“, sagt Elke Springer (Stadt Plön, Förde Sparkasse, Kontonummer 9555, BLZ 21050170, Verwendungszweck VW3799 0052 Willkommenskultur). Von dem Geld können Medikamente und Lebensmittel gekauft werden. Der Ehrenamtskreis „Willkommenskultur“ freut sich auch über weitere helfende Hände, um den Neuankömmlingen bei ihrer Ankunft unter die Arme zu greifen. Wer Interesse hat, sollte sich bei Elke Springer (Tel. 04522/505720) melden.

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