Plöner Haushalt hat Riesen-Defizit

Gudrun Schepansky ist für den auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Stadtvertreter Lothar Soll (FWG) als Nachrückerin  und Ratsfrau durch Bürgervorsteher Kreuzburg verpflichtet worden.  Foto: Hesse
Gudrun Schepansky ist für den auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Stadtvertreter Lothar Soll (FWG) als Nachrückerin und Ratsfrau durch Bürgervorsteher Kreuzburg verpflichtet worden. Foto: Hesse

Die Konjunkturkrise erreicht die Stadt Plön verzögert, aber dafür mit voller Wucht - ab 2012 soll ordentlich gespart werden

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01. April 2011, 09:03 Uhr

Plön | Die Stadt Plön hat ein Haushaltsloch von 1,4 Millionen Euro. Darüber staunten selbst die Mitglieder der Ratsversammlung am Mittwoch. Alle Bemühungen zur Konsolidierung brachten nur kleine Erfolge. Der Etat umfasst Einnahmen und Ausgaben von 14 Millionen Euro und Investitionen von knapp 2 Millionen Euro. Das Stadtbuchtfest ist im Etat enthalten und findet damit statt.

Der Hauptausschussvorsitzende Oliver Hagen (CDU) stellte den Haushalt vor. Der Stellenplan schließt mit einem Abbau von 0,387 Stellen ab - inklusive der Erhöhung der Stelle des hauptberuflichen Gerätewartes der Feuerwehr auf eine ganze Stelle. Bisher aber seien seitens der Feuerwehr nur zehn Stunden als Mehrbedarf zugebilligt worden.

"Es ist gut, den Haushalt erst im März zu verabschieden, wenn alle Zahlen konkret vorliegen", sagte Oliver Hagen, denn sonst beginne das Jahr gleich mit einem Nachtragshaushalt. Anders sah das Thorsten Pfau (SPD): "Wir sollten den Haushalt 2012 bereits im Herbst beraten". Dann hätten die Vereine Planungssicherheit.

Einig waren sich die Parteien darin, dass die Zuschüsse an die Vereine bleiben müssten. "Die Arbeit der Vereine macht das Leben in Plön erst lebenswert", so Rainer Dräger für die FWG. Dennoch müsse man mit den Vereinen reden, wo gestrichen werden könne. Gabriele Killig (FDP) mahnte an, dass die freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand gehörten: "Hand- und Spanndienste des Bauhofes für Veranstaltungen sind echtes Geld".

"Zwei Feste in einem Monat, da hätten uns die Bürger beschimpft", begründete Dr. Jörg Lorenzen (FWG) die zunächst beschlossene Absage des Stadtfestes. "Dass die Bürger so hinter dem Fest stehen, hat uns überrascht". Auch die FWG sei dafür, zukünftig die Haushalte wieder eher zu verabschieden.

Plön hat allein für Überziehungskredite in diesem Jahr etwa 90 000 Euro Zinsen zu zahlen und muss 2012 bereits 150 000 Euro und 2013 schließlich 175 000 Euro aufwenden. Hagen kündigte für 2012 einen Schuldenabbau an. Die Schwimmhalle mit Investitionen von knapp 6,2 Millionen Euro erfordere einen städtischen Anteil von 2,9 Millionen Euro. Insgesamt steige so die Nettoneuverschuldung um 105 000 Euro.

In seiner Haushaltsrede betonte Bürgermeister Jens Paustian, dass die Verwaltung kein Geld verschwende. Die Mehrkosten beim PlönBad schlagen mit 40 000 Euro bei den Krediten zu Buche. Der Ergebnishaushalt werde davon nur gering betroffen. Ein Baustopp hätte zudem nichts gebracht.

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