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Plön wird am Sonntag zum Mekka für Glassammler

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

12. Internationales Treffen der Flaschen- und Glassammler am Sonntag vor dem Museum des Kreises

von
erstellt am 23.Mai.2014 | 13:24 Uhr

Das 12. Internationalen Flaschen- und Glassammlertreffen findet am Sonntag, 1. Juni, von 10 bis
13 Uhr auf dem Vorplatz des Kreismuseums in Plön statt. Auch in diesem Jahr haben sich wieder Gäste von nah und fern angekündigt.

So reisen Glassammler aus Holland, Frankreich, Skandinavien und Osteuropa extra zu diesem Markt an, um zu tauschen, zu verkaufen, zu erwerben oder um Erfahrungen auszutauschen. Organisiert wird dieses Treffen erneut rein ehrenamtlich von Hella und Jürgen Böhrens aus Plön. „Das Museum ist auf die ehrenamtliche Hilfe in den Zeiten knapper Mittel angewiesen“, freut sich Museumsleiter Julia Meyer über Jürgen Böhrens und seine Frau, die schon zum zwölften Mal dieses Fachtreffen in Plön organisieren.

Doch warum in Plön? Hauptsammelgebiet des „Museums des Kreises Plön mit norddeutscher Glassammlung“ ist, wie der
Name schon sagt, norddeutsches Glas. Die Glassammlung besteht aus Gebrauchsglas, das während des 17. und 19. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein benutzt und produziert wurde.

Seit 1575 kamen Glasmacher aus Hessen und Südniedersachsen nach Holstein, da hier das für die Glasherstellung notwendige Rohmaterial, vor allem Buchenholz, noch reichlich vorhanden war und gleichzeitig die Gutsbesitzer bestrebt waren, ihre Hoffelder auf Kosten des Waldes auszuweiten. So sind in dieser Gegend eine Vielzahl von Glashütten entstanden.

Es verwundert somit nicht, dass von einem der berühmtesten Glasmacher und Alchimisten des 17. Jahrhunderts folgender Ausspruch stammt: „Ja, in Holstein... wird fast nichts als Asche und gar wenig Sand zum Glas gebraucht“. Gemeint ist Johann Kunckel, der um 1638 auf der Ascheberger Glashütte geboren und aufgewachsen ist.

Noch heute, nach über 300 Jahren, gilt Johann Kunckel als eine der bekanntesten und wohl bedeutendsten Persönlichkeiten der neueren Glasgeschichte. Sein Goldrubinglas war im Barock sehr beliebt. Julia Meyer: „So ist das Museum stolz, nicht nur ein Teeköppchen, sondern auch eine Goldrubinflasche aus seiner Glashütte zu besitzen.“

Auch für Besucher ist der Markt ein Erlebnis. Zwischen den Sammlerstücken ist sicher auch für den Laien das ein oder andere interessante oder einfach dekorative Stück dabei. Zudem erhält man einen faszinierenden Einblick in die Sammelleidenschaft rund um den zerbrechlichen Werkstoff Glas.

Neben dem Internationalen Flaschen- und Glassammlertreffen bietet das Kreismuseum einen kostenlosen Besuch der aktuellen Sonderausstellung „Ja, ich will! – Historische Brautkleider aus der Region“ an. Um 12 Uhr bietet die Volkskundlerin Tanja Horn eine Führung speziell durch diese Sonderausstellung an.

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