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Besuch aus China in Plön : Plön spricht in dieser Woche chinesisch

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

30 Gastschüler aus dem chinesischen Xinhe sind noch bis Freitag an der Gemeinschaftsschule am Schiffsthal zu Gast

von
erstellt am 28.Aug.2014 | 04:30 Uhr

In Plön treffen in diesen Tagen zwei Kulturen aufeinander: die chinesische und die deutsche. Zu Gast der Schule am Schiffsthal sind derzeit 30 Schüler mit ihren Lehrern aus der Schule in der Kleinstadt Xinhe aus der Partnerprovinz des Landes Schleswig-Holstein Zhejiang. Am morgigen Freitag reisen sie schon wieder ab.

Essen mit Messer und Gabel statt mit Stäbchen steht für die Chinesen in Deutschland auf dem Programm. Bevor sie am Freitag in Plön eintrafen, durchreisten sie das europäische Ausland, waren in Paris, Amsterdam oder Luxemburg, sagte Ellen Gruhn, Leiterin der Schule am Schiffsthal. Der Kontakt zu den Chinesen sei über das Schulamt und die deutsch-chinesische Gesellschaft in Wiesbaden hergestellt worden, die auch mit Yang Liu eine Dolmetscherin stellte.

Eigentlich hatten 80 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 und 17 Jahren aus China Interesse am Besuch in Plön, sagte Ellen Gruhn. 30 konnte man bei deutschen Gasteltern in Plön und Umgebung unterbringen. Sie nehmen am Unterricht teil, bewunderten bereits das duale Ausbildungssystem am Regionalen Berufsbildungszentrum, feierten beim Stadtbuchtfest oder machten Stadtführungen in Lübeck und Plön. Morgen schon geht es nach einer Woche in Deutschland wieder nach China.

„Die Mädchen und Jungen sind begeistert von der Natur und den Seen. Die Luft ist hier einfach wunderbar“, sagte Yang Liu. Dass sich alle Menschen in Plön grüßen und die Deutschen so viel Wert auf Umweltschutz legen, fasziniert die Schülerinnen und Schüler aus Xinhe. Der Unterricht an der Schule am Schiffsthal lasse viel Spielraum für eine Zusammenarbeit und hat einen hohen Anteil an Projekten. In China werde nur vom Lehrer das Wort im Unterricht geführt und die Schüler hörten zu. Die Chinesen wollen andere Methoden kennenlernen und aus dem deutschen Bildungssystem lernen, sagte Yang Liu. Verwundert seien sie auch über die geringen Klassenstärken.

Gestern nun waren die chinesischen Gäste zum Empfang bei Bürgermeister Jens Paustian im Rathaus. Der bedauerte, dass es noch keine Fahne aus China im Rathaus gebe, versprach aber, das bei künftigen Besuchen zu ändern. Dass Paustian als Freund der Kurzwelle sogar Radio Peking International hört, quittierten die Schüler mit bravem Applaus. Ihre Lehrer und Paustian tauschten Gastgeschenke aus. Der Lehrer aus China lobte die schöne Landschaft, sehr freundliche Plöner, nette Lehrern und Schüler.

Bürgermeister Paustian geriet ins Visier der chinesischen Fotografen, als er seine Amtskette umlegte. „Das mache ich nur bei ganz besonderen Anlässen“, wertete er den Besuch der Chinesen. „Ohh und Ahh“ hörte man, als er das „Goldene Buch“ der Stadt und seine Bedeutung zeigte.

Sehr wissbegierig zeigten sich die chinesischen Schüler im Rathaus. Sie wollten wissen, wie Plön es schafft, dass alles so geordnet und sauber ist, welche Vereine es in der Stadt gibt und was die Schüler nachmittags außerhalb der Schule machen. Beeindruckt zeigten sich die Chinesen von den alten, prachtvollen und harmonisch angeordneten Häusern in der Altstadt. Sie interessierte, wovon die Menschen in der Stadt leben, wer überhaupt die Stadtverwaltung kontrolliert und ob es auch von Enteignung von Land kommt. Erstaunt zeigten sich die Chinesen, die in der Woche in ihrer Schule leben, von der täglichen Schülerbeförderung in Deutschland. Jede in die chinesische Sprach übersetzte Antwort von Bürgermeister Paustian wurde mit Applaus bedacht.

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