Plön soll „schönste Stadt“ werden

Für den Herbst ist eine Fortsetzung der Blumenzwiebel-Pflanzaktionen an der Fegetasche geplant.
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Für den Herbst ist eine Fortsetzung der Blumenzwiebel-Pflanzaktionen an der Fegetasche geplant.

Das Land hat offenbar einen Antrag der Initiative Schönes Plön zur Überplanung und Umgestaltung des Kadettenfriedhofs verschlampt

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15. März 2017, 13:59 Uhr

Auf dem Weg zum ehrgeizigen Ziel, schönste Stadt landesweit zu werden, hat der Verein Initiative Schönes Plön (ISP) einiges vor. Neuestes Projekt ist eine „Underground-Art-Gallery“ zur Verschönerung der Wände der Unterführung zwischen Bahnhof und Seehafen.

Vielleicht hätten auch Schulen und weitere Bürger Lust, dort künstlerisch aktiv zu werden, stellte Vorsitzender Raimund Paugstadt bei der Jahresversammlung vor 26 Mitgliedern die Idee vor. Eine Computergrafik zeigte beispielhaft Planen an den Wänden mit Plön-Fotos gestern und heute.

Für den Herbst ist eine Fortsetzung der Blumenzwiebel-Pflanzaktionen auf dem Wiesenstreifen an der Fegetasche geplant. Nach 2016, als oben auf dem Parnaßturm eine Orientierungstafel installiert worden sei, will die ISP in diesem Jahr eine zweite Tafel im Vorraum des Parnaßturms montieren, erzählte 2. Vorsitzender und Schriftwart Wolf-Günter Klingelhöller.

Neu gedruckt ist ein Faltblatt in einer Auflage von 250 Stück, das anschaulich zeigt, welche Projekte ISP bisher umgesetzt hat. „Bilder erklären besser, was alles getan wurde“, begründete Paugstadt. Mit dem Verkauf von 100 neuen Tassen, deren Motiv Elke Hansen entworfen hat, hofft der Verein, Geld in die Kasse zu holen. Für Blumenzwiebeln kamen dabei im vergangenen Jahr 1000 Euro zusammen. Außerdem ist vorgesehen, weitere Verteilerkästen im Stadtgebiet zu reinigen und anzustreichen. Am Sonnabend, 25. März, beteiligen sich die Mitglieder an der Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“. Treffpunkt ist um 9 Uhr am Markt (Rossmann). Für Sonnabend, den 20. Mai, ist ein Tag des Apothekergartens vor dem Plöner Kreismuseum geplant. Für die Pflege des Apothekergartens sucht die ISP jemanden, der die Aufgabe gegen Bezahlung für etwa 50 Stunden im Jahr übernimmt.

Bei Wahlen bestätigte die Versammlung Klingelhöller im Amt. Ganz neu wurde mit Dr. Birgit Böhnke (55, kleines Foto) eine Beisitzerin in den Vorstand gewählt. „Ich sehe Ecken und habe eine Vorstellung davon, was man damit machen kann. Jetzt bin ich direkt dabei“, erzählte die Einzelhändlerin aus Plön. Zuvor hatte der Vorsitzende auf die Kreativität Böhnkes hingewiesen, die man gern in den Vorstand holen würde. Kassenwart Hermann Wessel komplettiert das Gremium des 2012 gegründeten Vereins, dessen Mitgliederzahl auf 61 gestiegen ist.

Weiteres Thema war der Kadettenfriedhof, auf dem sich laut Paugstadt bisher nur Mitarbeiter der MUS oder des Schlosses bestatten lassen dürfen. Das denkmalgeschützte Areal möchte die ISP gern auch für andere normal Sterbliche geöffnet sehen und die Pflege übernehmen. Das Land gibt jährlich 10 000 Euro an die Friedhofsverwaltung und möchte den Kadettenfriedhof nicht länger unterhalten. „Die Trägerschaft darf aber nur an eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), also an eine Gemeinde, Stadt oder Kirchengemeinde übertragen werden“, erklärte ISP-Mitglied Karl-Heinz Schröder nach Gesprächen mit der Landesdenkmalpflege. Voraus ging wie berichtet ein vom Kulturministerium finanziertes Konzept zur Überplanung und Umgestaltung des Friedhofs. Das Kieler Landschaftsarchitekturbüro Muhs arbeitete es aus und veranschlagte 100  000 Euro für die Umsetzung des Konzepts. „Vom Land hieß es damals, wir bemühen uns um Mittel. Dann aber wechselte die Trägerschaft vom Justiz- auf das Finanzministerium, und der Antrag wurde offenbar verschlampt“, bedauerte Schröder: „Jetzt fangen wir wieder von vorn an und sind am Punkt Null angelangt.“ Auch in anderer Hinsicht hätte es besser laufen können: „Wir hatten alle Fraktionsvorsitzenden zum Gedankenaustausch eingeladen, Grüne und Freie Wähler haben Gespräche geführt“, teilte Paugstadt mit.

Für die Zukunft wünscht er sich eine engere Kooperation von Stadt/Baubetriebshof und ISP. „In der Vergangenheit hat die ISP gut mit der Stadtverwaltung und den Stadtwerken zusammengearbeitet. Ich möchte, dass dies so bleibt“, sagte Bürgermeister Lars Winter im Grußwort. Alle Aktionen geschähen mit viel Herzblut. Der ISP bescheinigte Winter eine tolle Leistung. „Sie regen andere an, ihren Pflichten nachzukommen, und packen selber an.“  

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