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Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 16:59 Uhr

Plön plant und „macht sich hübsch“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Grundstück an Plöns Schokoladenseite soll Investoren für neues Hotel anlocken / Auch Spitzenort und Ochsenkoppel werden überplant

von
erstellt am 10.Mai.2017 | 22:46 Uhr

Bürgermeister Lars Winter hält Wort und startet durch: Auf seine Initiative hin hat der Stadtentwicklungsausschuss am Mittwochabend drei Aufstellungsbeschlüsse für zwei Flächennutzungspläne und einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht – allerdings nicht ohne Widerspruch.

Schon seit 15 Jahren will die Stadt das Gebiet „Fegetasche Strand“ entwickeln. Finanzielle Gründe standen meist im Weg. „Die Austellung so eines F-Planes kostet rund 100  000 Euro“, rechnete Lars Winter vor, der dort gern ein Hotel ansiedeln möchte. Und damit Investoren auch gleich loslegen können, will der das Gebiet baureif überplanen. „Vorratsplanung“ nennt Winter das bis zum Ergebnis etwa eineinhalb Jahre dauernde Verfahren. Ein Investor, der parallel zum Verfahren gesucht werden sollte, benötige dann nur noch eine Baugenehmigung ohne langwieriges Verfahren.

Dr. Detlef Erdtmann stimmte dagegen, weil der FWG-Plön das allerdings nicht weit genug ging. Sie hätte auch gern den Bereich der Parkplätze unterhalb des Plön-Bades und das Hotel Fegetasche planerisch dabei gehabt. Die von Winter vorgelegten Änderungspläne stellten nur ein weiteres Flickwerk dar, schlägt die FWG-Plön vor, die Stadt solle den veralteten F-Plan mit seiner mittlerweile 85. Änderung insgesamt überarbeiten und einen neuen Gesamtplan aufstellen.

„Das haben wir zuerst auch überlegt“, gestand Lars Winter. Doch bei einer großen Variante für die ganze Stadt gebe es zu viele Problemstellungen, die Zeit kosteten: „Das Kapital fließt jetzt gerade in Beton-Gold. Wir sollten jetzt die Chance nutzen und uns nicht in einer zu breiten Aufstellung des F-Planes verzetteln.“

Ein neuer F-Plan für ganz Plön soll im nächsten Jahr erfolgen, signalisierten schon die Fraktionen. Dabei sollten nach Vorstellungen der FWG-Plön auch die angrenzen Gemeinden eingebunden werden. Nur so könne eine Strategie für die Zukunft für das ganze Stadtgebiet eingebaut werden. Interessierte Investoren hätten dann eine Planungsgrundlage.

Auch für den Bereich Ochsenkoppel und Spitzenort wird ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt. „Planerisch gibt es auf Spitzenort eine Zeltwiese und einen Zeltplatz“, begründete Winter die Notwendigkeit der Überplanung und wünschte sich Regelungen darüber, was sich die Stadt dort vorstellen könnte: nämlich „Tourismus und maritime Wirtschaft“.

„Die Kleingärtner auf der Ochsenkoppel müssen keine Angst um ihre Parzellen haben“, beugte Winter Kritik aus deren Reihen vor. Doch die Kleingärtner riechen den Braten. So fragte Kleingärtner Jörg Schröder zur Zukunft der Ochsenkoppel: „Wir Kleingärtner haben hier viel Geld investiert, alte Obstsorten angepflanzt und haben hier internationale Kleingärtner zu Gast.“ Die Kleingärtner seien gegen ein Änderung, würde sie ihre Parzellen betreffen. Sie hätten Angst, ihnen würde ein Erholungsort genommen. Lars Winter beruhigte: „Es ist nicht daran gedacht, die Kleingartensiedlung aufzulösen.“ Es sollten lediglich planerische Defizite korrigiert werden. Es gebe bereits Anträge für eine dortige Wohnbebauung und die Stadt müsse nun zeigen, dass sie das nicht wolle. Winter und die Plöner Kleingärtner haben sich gleich gestern zu einem Austausch getroffen.

Zur Weiterentwicklung Plöns sind, wie Lars Winter vor Journalisten sagte, weitere B-Pläne nötig: im Gewerbegebiet Behler Weg, mit dem Grundlagen für neue Gewerbebetriebe geschaffen werden könnten oder die bereits 2007/2008 begonnene Sicherung von Gestaltung und Erhaltung in der Johannisstraße. Winter will aber auch den B-Plan für die Eutiner Straße mit den Bereichen Fischerei Reese und Plöner Seglerverein anpacken.

Das bedeute viel Arbeit, weiß Lars Winter. Er weiß, dass er die Kompetenzen dafür in seiner Stadtverwaltung hat. Damit die Plan-Arbeiten nicht fremd vergeben werden müssen, haben die Fraktionen eine neue Stelle für eine Planungskraft bewilligt – in Vollzeit und unbefristet. In Plön wird jetzt in die Hände gespuckt.  

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