Plön möchte Eutins Elektrofähren

Die ehemaligen Elektroschiffe der Landesgartenschau könnten bald auf dem Großen Plöner See zum Einsatz kommen.
Die ehemaligen Elektroschiffe der Landesgartenschau könnten bald auf dem Großen Plöner See zum Einsatz kommen.

Doch zuerst bewirbt sich die Stadt Plön bei der Aktiv-Region Holsteinische Schweiz um einen Zuschuss für eine Machbarkeitsstudie

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14. Mai 2018, 22:09 Uhr

Wenn alles gut geht, dann könnten schon im Sommer 2019 zwei Elektrofähren auf dem Großen Plöner See schippern. Ob das funktioniert soll eine Machbarkeitsstudie klären. Diese Studie könnte von der Aktiv-Region Holsteinische Schweiz finanziert werden. Eine Entscheidung darüber fällt im Juni.

Frank Neufeind, Wirtschaftsförderer der Stadt Plön, und Christian Lange, Leiter des Jugendaufbauwerkes auf dem Koppelsberg, stellten dem Vorstand der Aktiv-Region das Projekt am Montagabend in Stolpe vor. Danach sollen die beiden ehemaligen Elektro-Fähren der Landesgartenschau in Eutin übernommen werden und von April bis Oktober 5,5 Kilometer zwischen Marktbrücke, Prinzeninsel, Jugendherberge und dem Koppelsberg weitgehend geräuschlos und emissionsfrei mit Fahrgästen pendeln.
Die Fahrt dauert rund eine Stunde.

Positiv für das erwartete Votum der Aktiv-Region scheint das Vorhaben zu sein, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Eine Konkurrenz zur Großen Plöner Seerundfahrt gibt es nicht: „Wir haben mit den Betreibern gesprochen“, versicherte Frank Neufeind: „Sie sehen die Elektro-Fähren als Ergänzung des bestehenden Angebotes und haben nichts gegen das Projekt.“

Der Zeitplan steht auch schon. Vorbehaltlich einer Übernahme der Kosten von rund 16 000 Euro durch die Aktiv-Region für die Machbarkeitsstudie könnte ein Probebetrieb aufgenommen werden. Danach würden im Herbst 2018 die Haushaltsmittel durch die Stadt Plön bereitgestellt werden. Hinzu kommen die Anschaffungskosten von jeweils 40 000 Euro pro Elektro-Fähre sowie Optimierung vorhandener Stege und der Neubau von barrierefreien – vielleicht sogar schwimmenden – Stegen sowie Betriebs-, Unterhaltungs- und Personalkosten. An der Finanzierung würden der Naturpark und die Stadt Plön sowie bei Gefallen die Aktiv-Region beteiligt sein. Im Sommer könnte es denn losgehen. Frank Neufeind freute sich, dass die Zustimmung des Landes zur Nutzung des FFH-Gebietes bereits vorliegt.

Christian Lange vom Jugendaufbauwerk ergänzte, dass die Aktion Mensch in der zweiten Stufe des Inklusionsprojektes ins Spiel kommen könnte. Außerdem würden sich die Vorwerker Diakonie, die Lebenshilfe und das Jugendaufbauwerk der Kirche an dem Projekt beteiligen. Lange sieht „hohe Chancen auf weitere Fördermittel“. Arbeitsplätze für Behinderte gebe es zum Beispiel in der Schiffspflege oder der Betreuung der Fahrgäste.

Die Machbarkeitsstudie in Höhe von rund 16 000 Euro würde bei einem positiven Votum der Aktiv-Region zu 80 Prozent finanziert.

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