Auto-Zulassung : Plön kündigt Kooperation auf

2007 galt es als Zukunftsmodell :  Neumünsters Oberbürgermeister Hartmut Unterlehberg  (li.) und Plöns Landrat Dr. Volkram Gebel unterzeichneten - assistiert von  Amtsvorsteher Claus Hopp - den Vertrag über die Zusammenarbeit bei der Kfz-Zulassung. Foto: Bluhm
2007 galt es als Zukunftsmodell : Neumünsters Oberbürgermeister Hartmut Unterlehberg (li.) und Plöns Landrat Dr. Volkram Gebel unterzeichneten - assistiert von Amtsvorsteher Claus Hopp - den Vertrag über die Zusammenarbeit bei der Kfz-Zulassung. Foto: Bluhm

Bislang konnten Fahrzeughalter aus Bönebüttel, Großharrie, Rendswühren, Schillsdorf und Tasdorf ihren Wagen in Neumünster an- oder ummelden. Bislang.

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26. Oktober 2011, 11:51 Uhr

plön/Neumünster | Damit ist jetzt allerdings aller Voraussicht nach Schluss. Zum Ende des Jahres hat der Kreis Plön die Kooperation gekündigt.

Die Kreisverwaltung folgte damit einem Beschluss des Kreistags vom Sommer. Auf Anfrage der SPD hatte der Kreis die Kosten für die Kfz-Außenstelle in Neumünster allein für 2010 auf rund 37 500 Euro beziffert. Zu teuer, befand der Kreistag, ließ den Vertrag vorsorglich kündigen und forderte gleichzeitig zu Nachverhandlungen mit Neumünster auf. Die Stadt hält die Gebühren dagegen gerade eben für kostendeckend.

"Wir würden die Zusammenarbeit gerne fortsetzen. Bei weiterem Entgegenkommen würden allerdings Neumünsters Steuerzahler die Ummeldungen für die Bönebütteler oder Tasdorfer mitbezahlen, das kann nicht sein", kommentierte Neumünsters Fachdienstleiter Udo Wachholz den Zwist.

Bei den betroffenen Gemeinden sorgte das Aus der Kooperation für Unmut: "Das ist ein Rückschritt für den Bürger", schimpfte Bönebüttels Bürgermeister Udo Runow. Bislang fahren die Bönebütteler fünf Kilometer nach Neumünster. Künftig sollen sie dafür ins 30 Kilometer entfernte Plön fahren.

Auch bei Claus Hopp, Amtsvorsteher im Amt Bokhorst-Wankendorf, stieß die Ankündigung auf Unverständnis: Die Zusammenarbeit mit Neumünster sei eine deutliche Vereinfachung, die von Anfang an gut angenommen worden sei, sagte Hopp. Den Service "für ein paar Euro" zu beenden, sei kontraproduktiv, zürnt Hopp: "So verprellt man Bürger." Sowohl Hopp als auch Runow kündigten an, beim Kreis zu intervenieren, um die "Außenstelle Neumünster" vielleicht doch noch zu retten.

Die Kooperation bei der Kfz-Zulassung war 2006 noch unter Landrat Dr. Volkram Gebel mit Neumünsters damaligem Oberbürgermeister Hartmut Unterlehberg besiegelt worden und galt ausschließlich für die Gemeinden des ehemaligen Amtes Bokhorst.

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