Plön gehen die Geschäfte aus

Ab in den Container: Das Modehaus Bauer ist Geschichte. Es wurde an eine Firma der Schuh- und Bekleidungsbranche verkauft.
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Ab in den Container: Das Modehaus Bauer ist Geschichte. Es wurde an eine Firma der Schuh- und Bekleidungsbranche verkauft.

Die Stadt sieht „viel Bewegung in der Geschäftswelt in der Langen Straße“ und bemüht sich um Nachfolgeregelungen

shz.de von
18. Mai 2018, 13:04 Uhr

Die einen gehen raus, die anderen gehen rein, manche ziehen ein paar Häuser weiter, andere kommen ganz neu: Es ist viel Bewegung in der Geschäftswelt der „Langen Straße“. „Das ist wie eine kleine Rochade“, formuliert es Bürgermeister Lars Winter. Der Verwaltungschef und sein Wirtschaftsförderer im Rathaus, Frank Neufeind, haben den Überblick und versuchen aktuell, gemeinsam mit dem Stadtmarketing das Beste für ihre Stadt herauszuholen und diese noch attraktiver zu machen.

Nur allein zum Einkaufen kämen die Menschen nicht nach Plön. „Es geht um Leben und Erleben in der Innenstadt, wir müssen etwas anbieten, was die Menschen anzieht, und nebenher kaufen sie dann etwas“, sagt Winter. Die Stadt ist im Wandel. Beispiel Johannisstraße: Dort werde sich kein Gewerbe mehr ansiedeln, nachdem „Mühl & Loreth“ verkauft ist und zu einem Wohnhaus umgebaut wird. Früher einmal gab es dort mehrere Geschäfte und Lokale.

Die „Lange Straße“ ist in den Fokus gerückt. Dort die Aufenthaltsqualität zu verbessern, ist das nächste Ziel. Was Besucher sich wünschen, wird im August mit Fragebögen in Erfahrung gebracht. Poller an den Zufahrten zur Fußgängerzone verhindern bald Fahrzeugverkehr außerhalb der Lieferzeiten. Noch lotet die Stadt aus, welche technischen Möglichkeiten es gibt.

Fragt man Plöner in der „Langen Straße“, welche Art von Einzelhandel sie sich dort wünschen, so kommt als Antwort häufig: „Am liebsten Bekleidung oder ein kleines Kaufhaus.“ Ein Passant weiß zu berichten, dass in das leerstehende, ehemalige Mode- und Textilhaus Bauer Schuh Eggers einziehen wolle, eine Frau will gehört haben, dass für Bauer Schuh Armbruster im Gespräch sei.

„Wir hätten gern ein kleines Kaufhaus gehabt“, erzählt Winter von Verhandlungen mit dem Unternehmen Stolz. Das brauche aber 800 Quadratmeter und wünsche sich Innenstadtrandlage, Bauer sei ihm mit 380 Quadratmetern zu klein. In jedem Fall sei das Gebäude verkauft an eine Firma, die Schuhe und Bekleidungsgeschäfte führe.

Bei „Stefan M.“ zieht zum Jahresende Ernstings Family (aktuell Lange Straße 22) ein. „Steffi M.“ Damenmoden befinden sich ab Anfang Juli im benachbarten Haus von Samen Braune. Die Steiskal-Filiale ist immer noch leer. Janny’s Eis ebenfalls. Auch im früheren Sport Stahl (Nummer 28), eines der letzten historischen Bauten Plöns, tut sich nichts. „Wir haben Leerstand, aber nicht so gewaltig wie andernorts“, bleibt Winter optimistisch. Geräumt ist die Apotheke in der Lübecker Straße. Nach Auskunft des Hauseigentümers steht noch nicht fest, wer dort einzieht. Hinter der Häuserzeile,
im Gänselieselviertel „Am Schwanensee“ neben dem Gerberhof, sind auf dem früheren Gelände von Stanitzke und Senkpiehl Eigentumswohnungen geplant. Vorgesehen ist der Bau einer Tiefgarage. „Wir sprechen mit dem Investor bald über die Erschließung“, kündigte Winter an.

Eine der schönsten Flächen, das Sahnestück Schwentine-Plattform „Am Lübschen Tor“, liegt seit Jahren brach. Auch hier herrscht gähnende Leere. Die chinesischen Investoren wollten nur vermieten, bedauert Winter, der nach einer barrierefreien Fläche für das städtische Bürgerbüro sucht. 8 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter seien für ein Unternehmen nicht viel Geld, aber in einem städtischen Haushalt mit aktuell 1,8 Millionen Miesen nicht darstellbar. Er würde daher gern kaufen.

Etwas außerhalb an der Fegetasche ist ebenfalls Bewegung. Die privaten Eigentümer der Badewiese verhandeln mit einem Hamburger Investor über den Preis für das Gelände. Der will dort ein Hotel bauen. Wenn beide sich geeinigt haben, stelle die Stadt einen Bebauungsplan auf und lasse das ihr gehörende, marode Strandhaus abreißen. Die Tennisplätze blieben bestehen. Auch schräg gegenüber tut sich einiges. Drei Brüder aus Haffkrug haben das Hotel-Restaurant Fegetasche gekauft und wollen die Bettenzahl auf 50 bis 60 erhöhen und einen Anbau errichten. Aktuell läuft eine Bauvoranfrage für den Innenausbau wegen statischer Vorgaben. Im Frühjahr/Sommer 2019, so der Plan, soll das neue Hotel in Betrieb gehen.

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