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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 21:19 Uhr

Plön aus der Luft: Einfach umwerfend

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen liegt die Sicherheit der Soldaten ganz besonders am Herzen

von
erstellt am 16.Apr.2015 | 11:41 Uhr

Montag und Dienstag Gespräche im Baltikum, Mittwoch Truppenbesuch im ostfriesischen Leer, gestern morgen Besuch der Logistiker in Husum. Am Nachmittag geht’s an die MUS nach Plön. Mit perfekter Frisur steigt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen im eleganten, türkisblauen Hosenanzug und vor Freude strahlend aus dem Hubschrauber und steht den von heftigen Hubschrauber-Verwirbelungen zerzausten Gästen gegenüber.

Hausherr und MUS-Kommandeur Thomas Schütze nimmt die 56-Jährige in Empfang. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Philipp Murmann genießt das Blitzlichtgewitter. Aber auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Birgit Malecha-Nissen, Kreispräsident Peter Sönnichsen oder Bürgermeister Jens Paustian genießen ihre plötzliche Bedeutung und das Lob der Ministerin: „Wir sind über Plön geflogen und haben die Stadt bewundert – die Lage zwischen den Seen ist einfach umwerfend.“

Der Tross aus Ministerin, Ehrengästen, Soldaten und ungewohnt zahlreichem Journalisten-Volk setzt sich in Bewegung. Es geht ins Büro des Kommandeurs zum zehnminütigen Small-Talk. Presse und einige Soldaten dürfen vor einer Brücke warten, um Fotos und Aufnahmen zu machen, wenn die Ministerin mit dem Kommandeur über die Brücke zurückkommt, so die Ansagen, können wieder gute Fotos gemacht werden.

Das denkt sich wohl auch Dr. Philipp Murmann und schreitet bedeutungsvoll dicht an Ministerin und MUS-Kommandeur über die Brücke. Das Blitzlicht-Gewitter, surrende Kameras und in die Höhe gehaltene Mikrofone bestärken ihn und die anderen, auf „Minister-Bonus-Ticket“ mal wieder medial in den Mittelpunkt gerückt zu werden.

Der Tross geht in Richtung einer sanierten Inspektion. „Die Unterkunftsbereiche sind das Herz der MUS“, sagt Kommandeur Schütze zur zustimmend nickenden Ministerin. Sie gehen in ein Mutter-Kind-Zimmer und stoßen dort auf Leutnant Sandra Märtens, die dort mit ihrem fast 14 Monate altem Sohn Erik lebt und an der MUS ihren Dienst verrichtet. Das Zimmer ist schön, aber doch zu klein für die Gäste und die vielen Journalisten.

Nächste Station ist die Schokoladenseite der MUS am Ufer des Großen Plöner Sees. Die Sonne verzieht sich gerade und der Wind braust auf. Die Frisur von Ministerin Ursula von der Leyen sitzt – für viele Frauen nahezu unbegreiflich – immer noch perfekt. Die Ministerin, mittlerweile von ihrem leichten, hellen Mantel gewärmt, lässt sich die Ausbildung an der Pistole „P8“ oder die Sicherung der Marinesoldaten im Ernstfall auf hoher See erklären.

Die Ministerin freut sich über die realitätsnahe Ausbildung an der MUS. An der einfachen Knotenkunde und dem Schießsimulator werden Ursula von der Leyen und der Tross vorbeigeführt. Ebenso an der Ausbildungsstation für das Gewehr „G36“, an das die Ministerin wegen des Materialmangels in warmen Regionen vermutlich weniger gute Erinnerungen hat.

Die Bundesverteidigungsministerin steuert indes zielstrebig auf die Boote im kleinen MUS-Hafen am Großen Plöner See zu. Mit dabei ist jetzt übrigens auch die verspätete Landrätin Stephanie Ladwig. Doch Ursula von der Leyen fährt ihr vor der Nase weg – mit einem Segelkutter der MUS und Dr. Philipp Murmann direkt an ihrer Seite. Sie lassen sich außerhalb des Programms von Soldaten eine Runde auf den See schippern. „Das zeigt das Vertrauen der Ministerin in die Truppe“, frohlockt der im nahen Preetz wohnende Sprecher der Ministerin, Oberstleutnant Boris Nannt – den so besorgten Sicherheitsbeamten zum Trotz. „Das war nicht eingeplant“, sagt Mitsegler, Kommandeur Thomas Schütze. Deshalb seien das Schießkino und der Besuch der Ausbildung am Gewehr „G36“ ausgefallen.

Und auch beim folgenden Pressegespräch beschränkt sich die Ministerin auf das Wesentliche und Sprecher Boris Nannt lässt nur zwei Fragen der Journalisten zu. Der Zeitplan ist eng bemessen: Ministerin von der Leyen will dem DRK-Zentrum für Gesundheit und Familie (ZGF) in Plön einen Besuch abstatten. Die Kureinrichtung bietet Mutter-Kind-Kuren für Soldatenfrauen an. Darüber berichtet der OHA ausführlich in seiner morgigen Ausgabe.

Übrigens: In den Standort Husum, den die Ministerin am Vormittag besuchte, wird die Bundeswehr in den kommenden Jahren 60 Millionen Euro investieren. 

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