Bad Malente : Platanen-Problem weiter ungelöst

Planungsausschuss sucht Gespräch mit Vertretern der UNB. Die Anlieger müssten sich an Kosten für Abholzung und Neupflanzung beteiligen.

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17. Februar 2011, 12:02 Uhr

Wie erreicht Malente das Ziel, die Platanen in der Bismarckstraße loszuwerden, obwohl diese unter Naturschutz stehen? Um diese Frage zu klären, will der Planungsausschuss nun die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) einladen. Dafür entschied sich der Ausschuss am Dienstagabend nach ausführlicher Diskussion auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Klaus Schützler (CDU).

Zuvor waren die Meinungen darüber, wie nun auf ein Schreiben der UNB reagiert werden solle, auseinander gegangen. Die UNB hatte, wie berichtet, eine Fällgenehmigung ausdrücklich nicht in Aussicht gestellt, zugleich aber betont, die Bäume könnten doch gefällt werden, wenn sich die Gemeinde vertraglich zur Nachpflanzung neuer Bäume verpflichte.

Darin sah Hans-Werner Salomon (CDU) einen Widerspruch. Er plädierte deshalb dafür, auf einem rechtsverbindlichen Ablehungsbescheid zu bestehen und diesen gegebenenfalls vor dem Verwaltungsgericht anzufechten. Das fand Zustimmung bei den Fraktionschefs von SPD und FDP, Jürgen Redepenning und Wilfred Knop. Ganz anders beurteilte Grünen-Fraktionsvorsitzende Dagmar Nöh-Schüren die Lage: "Wenn wir die Fällung wollen, sind wir verrückt, wenn wir einen Ableh nungsbescheid fordern", warnte sie und fand Unterstützung bei Gerd Schumacher (FWG). Ihre Befürchtung: Wenn der Bescheid erst erteilt sei, könne die UNB hinter diese Entscheidung nicht mehr zurück und der von der UNB aufgezeigte Weg, wie man doch zu einer Abholzung kommen könnte, wäre verbaut.

Dagmar Nöh-Schüren vermutete allerdings, es wäre manchem Ausschussmitglied ganz lieb, wenn aus der Abholzung doch nichts würde. Denn dann kämen auf die Gemeinde auch keine Kosten zu. Die Finanzierung war die zweite Frage, in der die Einschätzungen auseinandergingen. Während Jan Krützfeldt (FWG) erklärte, nach seinen Ermittlungen kosteten Abholzung und Neupflanzung zusammen rund 26 000 Euro, nannte die Verwaltung ganz andere Zahlen: Sie geht von rund 67 000 Euro Kosten für Fällung von 23 Platanen und Neupflanzungen aus. Salomon vermutete gar Kosten von 80 000 bis 100 000 Euro.

Wilfred Knop wies zudem darauf hin, dass auch auf die Anlieger Kosten zukämen. Denn die Straßenausbaubei tragssatzung sehe vor, dass diese sich in Anlieger straßen mit 60 Prozent an den Wiederherstellungskosten von Gehwegen beteiligen müssten. Die Verwaltung soll nun klären, ob die Anlieger in diesem Umfang an den Gesamtkosten beteiligt würden.

Eines stellte Knop als Vorsitzender des Finanzausschusses schon einmal klar. So schnell wird aus der Abholzung ohnehin nichts, denn derzeit hat die Gemeinde kein Geld dafür vorgesehen. Dieses müsste erst in einem Nachtragshaushalt bereitgestellt werden. Unterdessen erklärte UNB-Leiter Joachim Siebrecht auf OHA-Anfrage, dass die Platanen auch außerhalb der im Knick-Erlass geltenden Fristen gefällt werden könnten, wenn der Kreis auf dem vorgeschlagenen Weg einer Abholzung zustimmen würde. Ein Hindernis könnte lediglich der Artenschutz sein - etwa wenn sich ein Hornissen- oder Vogelnest in einem Baum befinde.

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