zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 14:04 Uhr

Platane deformiert Gasleitung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bäume in der Bismarckstraße machen wieder Ärger / SH Netz tauscht verformtes Rohr aus / Anlieger fordert erneut Abholzung

Schon seit Ende der 1990er Jahre sorgen die Platanen in der Malenter Bismarckstraße für Ärger. Viele Anlieger wollen die Bäume einfach nur weg haben. Nicht nur das zähe Laub sorgt alljährlich für Verdruss, Hausbesitzer haben in der Vergangenheit auch immer wieder darauf hingewiesen, dass das Wurzelwerk Leitungen zerstöre, die in der Erde verlegt seien.

Bestätigt sehen dürften sich die Platanen-Kritiker durch einen Vorfall am vergangenen Montag. Da rückte eine Firma im Auftrag der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) an, um einen neuen Gas-Hausanschluss zu legen. „Dabei wurde durch die Firma Pohl eine starke Deformierung der Gasleitung durch Platanenwurzeln festgestellt“, berichtet Ingo Wagner. Die Baustelle befand sich unmittelbar vor dem Grundstück des Grünen-Gemeindevertreters.

Den Mitarbeitern der Firma war die Beschädigung offenbar nicht geheuer. Sie informierten die Spezialisten der SH Netz, die sofort anrückten. „Sie haben entsprechende Fotos gemacht und erklärt, dass hier ein erhebliches Gefährdungspotenzial durch die Wurzeln besteht“, erklärt Wagner.

„Wir nehmen das sehr ernst“, sagt der stellvertretende SH-Netz-Pressesprecher Volker Mielisch, beruhigt aber gleichzeitig. Die Kunststoffleitung sei zwar deformiert gewesen, Gas sei aber nicht ausgetreten. Nach der Begutachtung des Schadens hätten die SH-Netz-Mitarbeiter den Gasanschluss neu gesetzt.

In Malente gebe es mehrere Straßenzüge, bei denen es Probleme mit Bäumen gebe, sagt Mielisch. „Wir beobachten das. Bis jetzt hat es aber keine erhöhte Schadenshäufigkeit gegeben.“ Trotzdem reagiere SH Netz. Zusätzlich zu den alle zwei Jahre stattfindenden Messungen mit speziellen Spürgeräten sei für die Bismarckstraße eine Sonderprüfung angesetzt worden. Wann genau diese sein werde, stehe noch nicht fest, weil der Boden für die Messungen nicht zu feucht sein dürfe. Die nächste regelmäßige Prüfung sei für 2016 terminiert. Dabei werde jeder Meter überprüft.

Außerdem wolle das Unternehmen einen externen Gutachter beauftragen. Er solle beantworten, ob er für die Zukunft ein Risiko erkennen könne. Damit solle eine Grundlage für Gespräche mit der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) geschaffen werden, kündigte Mielisch an.

Ihm sei bekannt, dass Platanen besonders stabile Wurzeln hätten. Generell komme es schon mal vor, dass eine Gasleitung durch Baumwurzeln beschädigt werde. Aber: „Das ist sehr, sehr selten“, sagt Mielisch.

Doch selbst wenn es zu einem Gasaustritt komme, stelle das im Außenbereich grundsätzlich keine Gefahr dar, versichert Mielisch. Denn Erdgas sei leichter als Luft und verflüchtige sich im Freien schnell. Nur wenn eine Leitung dicht an einer Bebauung liege und das Gas in Gebäude ströme, werde ein Leck zur Gefahr. Für den Fall eines Gasaustritts sei eine zusätzliche Sicherung eingebaut. Dem Gas werde ein Geruchsstoff beigemischt. Ein Austritt mache sich mit einem künstlichen, beißenden Geruch bemerkbar.

Ingo Wagner hofft indes auf eine dauerhafte Lösung des Problems. „Das Beste wäre, dass die Bäume ganz wegkommen.“ Der Pflegeschnitt der Platanen Ende 2012 habe die Problematik eher noch verschärft. Seitdem habe der Stammumfang der Bäume und damit auch das Wurzelwerk deutlich zugelegt, sagt Wagner. Er vermutet, dass die Beschädigung der Gasleitung vor seinem Haus dadurch ausgelöst wurde.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen