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Bauausschuss Malente : Planung für Nücheler Radweg läuft an

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malenter Bauausschuss befürwortet die Übernahme von Planungskosten. Die Anwendung eines Fehmarnschen Modells soll trotz der Topographie geprüft werden

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erstellt am 17.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Nach vielen Jahren bietet sich vielleicht doch noch eine Chance, zwischen Nüchel und Sielbeck einen Radweg zu bauen. Bei einem Blick nach Fehmarn wurde ein Modell entdeckt, das eine einfache, kostengünstige Ausführung ohne Grunderwerb und Asphalt bedeuten würde (wir berichteten). Aber einfach wird es keinesfalls, warnte der Ingenieur Hermann Levsen (Schönkirchen) am Dienstag im gemeindlichen Bauausschuss: „Wir haben hier noch ein paar richtig schöne Knackpunkte.“

Diesen Knackpunkten zum Trotz bekundeten alle Mitglieder das Ausschusses ihre Freude, dass sich vielleicht doch noch ein Radweg von Sielbeck bis Nüchel und vielleicht darüber hinaus bis Kirchnüchel bauen lassen könnte. Einstimmig fiel der Beschluss, dass die Gemeindevertretung Planungskosten in Höhe von bis zu 40 000 Euro noch in diesem Jahr bereitstellen soll.

Das war eine der wenigen Zahlen, die bei diesem Thema genannt wurden. Denn der Bitte, eine ungefähre Kostenschätzung vorzunehmen, kam Hermann Levsen nicht nach – der Knackpunkte wegen, für die eine Lösung noch gefunden werden muss. „Jeder Zahl, die ich jetzt sage, brennt sich ein.“

Henning Südel, Landwirt aus Nüchel und Vorsitzender des Flurbereinigungsverfahrens Sieversdorfer Au/Benzer Seen, hatte bereits zu Beginn des Jahres den Blick auf das Modell Fehmarn gelenkt. Dort hat eine eigens gegründete Fehmarn-Wege GmbH & Co.KG in nur drei Jahren 25 Kilometer Radwege gebaut.

Besonderheiten dort: Die Flächen der Wege wurden nur gepachtet und nicht gekauft. Die Wege selbst haben keinen frostfreien Untergrund, sondern bestehen aus einem Vlies mit Gitter, darüber 15 Zentimeter Schotter und vier Zentimeter Deckschicht. Die Oberfläche wird von gebrochenen Kieselsteinen gebildet, die ohne Lehmzusatz glatt verdichtet werden.

Eine fünfprozentige Schräge sorge für schnellen seitlich Abfluss von Regenwasser, erläuterte Levsen. Zur Unterhaltung würden die Wege einmal im Jahr mit einer speziellen Maschine, die an einen Trecker angebaut werde, egalisiert und neu verdichtet.

Nun ergeben sich zwischen den 25 Kilometern auf Fehamrn und den 4,1 Kilometern zwischen Sielbeck und Nüchel drastische Unterschiede: Fehmarn ist „platt wie eine Flunder“ (Levsen), bei Nüchel gibt es große Höhenunterschiede und feuchte Senken. Aber: „Wassergebundene Radwege müssen trocken sein, sonst bringt das nichts.“ Die noch nicht absehbaren Kosten für eine trockene Wegführung durch feuchte Senken gehören zu den Knackpunkten.

Alle privaten Anlieger seien bereit, Flächen für den Radweg zu verpachten, versicherte Henning Südel. Das Land als Eigentümer der Landespolizeischule Kiebitzhörn und die Landesforsten seien aber noch nicht gefragt worden. „Es wäre besser, wenn diese Gespräche auf einer höheren Ebene geführt würden“, merkte Südel an und hatte dabei die Gemeinde im Blick.

Zur Frage des Zeitrahmens sagte Levsen folgendes: Ein Jahr Planung, im folgenden Jahr Bau des Radweges, der zwingend im Sommer erfolgen müsse, und nach einer Ruhephase könne ein weiteres Jahr darauf der Radweg in Betrieb genommen werden – frühestens also 2016.

Bau und Unterhalt der Radwege könne eine GmbH wie auf Fehmarn vornehmen, ergänzte Südel. Die Gesellschaft wäre, wenn die beteiligten Kommunen Malente, Eutin und Kirchnüchel als Gewährleister auftreten, auch bei den Banken kreditwürdig.

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