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Ostholstein : Pläne für Trasse werden konkreter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Deutsche Bahn hat eine Vorzugsvariante für eine Hinterlandanbindung der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung vorgestellt.

Detaillierter, aber noch nicht endgültig sind die neuen Pläne: Gestern hat die Deutsche Bahn auf Basis der vom Land
im Raumordnungsverfahren empfohlene Trasse eine Vorzugsvariante für die Schienenhinterlandanbindung der Fehrmarnbeltquerung vorgestellt. Die neue Trasse gilt als Grundlage für das Planfeststellungsverfahren.

Drei große Abweichungen vom Raumordnungsverfahren bringen die neuen Pläne mit sich. Zum einen wird die Schiene bei Ruppersdorf näher an die A1 gelegt und verläuft somit nicht – wie ursprünglich gedacht – näher an die Küste. Ratekau soll jetzt weiter umfahren werden. Das bedeutet jedoch auch, dass im Trassenverlauf der (neue) Bahnhof Timmendorfer Strand noch weiter aus dem Ort herausrückt.

Zum anderen ist während der Planungen im Bereich Scharbeutz ein neues Naturschutzgebiet kartiert worden. Dieses FFH-Gebiet „Pönitzer Seen“ darf nicht berührt werden; insofern sehen die Pläne nun einen Trassenverlauf auf der anderen Seite entlang der A1 vor. Im Anschluss, also im Bereich von Neustadt, kann den neuen Plänen zufolge der Bahnhaltepunkt Sierksdorf sogar bestehen bleiben. Hier werde die Bestandstrasse nicht wie auf den anderen Streckenabschnitten zurückgebaut und stehe so dem ÖPNV zur Verfügung, sagte Bernd Limprecht, Leiter des Bahn-Bereichs Großprojekte.

Die dritte Abweichung ergibt sich bei der Umfahrung von Oldenburg. Die Trasse soll jetzt am Rande des Oldenburger Bruchs und somit weiter entfernt vom Ort verlaufen. Durch niedrigere Bahndämme in diesem Abschnitt soll das Landschaftsbild geschont werden, so die Planer. Jedoch fallen damit Querungen fort, besonders Landwirte werden hier weitere Wege zu ihren Feldern in Kauf nehmen müssen.

Nicht nur Bauern müssen Abstriche machen, wenn die Trasse so genehmigt würde. An fünf bis acht Stellen müssten Gebäude den Schienen weichen. Die Bahn ist im Gespräch mit den Betroffenen. „Das ist zurzeit unsere Planung, wir können jedoch noch nichts zusichern“, sagte Bahn-Sprecherin Maja Weihgold mit Blick auf eventuelle Entschädigungen.

Die seit 2014 laufenden Vorplanungen sollen Mitte 2016 in das Planfestellungsverfahren münden. Um die Ämter nicht zu überfordern, soll nicht die gesamte Trasse, sondern jeweils einer der sechs einzelnen Abschnitte beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. Für 2019 peilt die Bahn den Baubeginn an, 2024 soll dann die Strecke zwischen Bad Schwartau und Puttgarden komplett zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert sein, damit die Züge hier mit 160 Kilometern pro Stunde statt wie bisher mit Tempo 120 fahren können.

Als Knackpunkt stellt sich weiterhin der Bereich um die Fehmarnsundbrücke dar. Noch ist nicht klar, ob ein Tunnel oder eine Brücke gebaut wird – und wann. Die Tunnel-Lösung ist laut Limprecht „ein schweres
Geschütz“, da sehr kostenintensiv. Dennoch prüfe die Bahn zurzeit weiterhin verschiedene Lösungen. „Wir können aber nicht sagen, wie die Querung in die Terminkette reinpasst.“ Insofern bleibt dieser Bereich weiterhin ausgeklammert. In den kommenden zwei Jahren laufen rund um die Fehrmarnsundbrücke Unterwasseruntersuchungen von Boden sowie Flora und Fauna.

Ebenfalls noch nicht abschließend geklärt sind die Kosten der neuen Trasse. „Wir können die Wirkung der Terminketten noch nicht abschätzen“, sagte Limprecht und sprach über die anstehenden, vor allem politischen Abstimmungen zwischen Dänemark und Deutschland.
Inklusive Sundquerung gehen Schätzungen jedoch von etwa 2,2 Milliarden Euro für die Schienenhinterlandanbindung aus.

 

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erstellt am 02.Sep.2015 | 04:00 Uhr

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