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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 14:01 Uhr

Pläne für Edeka-Neubau abgesetzt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Deutlicher Protest gegen Bebauungsplan für einen neuen Markt in Schönwalde / Gemeindevertretung will erst Bürgerversammlung

Die Wogen kochten hoch, als Mittwoch in der Sitzung der Schönwalder Gemeindevertretung die Bauleitplanung für einen Edeka-Markt in Schönwalde behandelt werden sollte. Schon in der Einwohnerfragestunde hatten sich Bürger die Zusage geholt, dass sie bei diesem Punkt mitdiskutieren dürfen. Unter den gut 30 Zuhörern in der Bürgerbegegnungsstätte Mönchneversdorf waren auch die Inhaberin des vorhandenen Edeka-Marktes, Britta Böckmann, und weitere Gewerbetreibende.

Tenor aller, die sich zu Wort meldeten: Wir brauchen keinen neuen Edeka-Markt in Schönwalde, denn wir haben schon einen. Einige forderten ausdrücklich die Ansiedlung eines Discounters wie Aldi oder Lidl. Dagegen hatte sich die Gemeindevertretung nach einem 2011 erstellten Gutachten, das von Gegnern wie Befürwortern des aktuellen Neubaus immer wieder ins Feld geführt wurde, einstimmig ausgesprochen.

Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) versuchte, die Bewegründe der Gemeindevertreter zu erklären und erinnerte daran, dass das Gebäude des Edeka-Marktes in der Bungsbergstraße zeitweise zum Verkauf angeboten worden sei. Britta Böckmann habe in einem Gespräch über das Einzelhandelsgutachten kein Interesse an einem Neubau geäußert.

Nachdem ein möglicher Verkauf des alten Marktes im Raum gestanden habe, sei die Gemeinde auf die Suche nach anderen Möglichkeiten gegangen, „um nicht plötzlich ganz ohne Supermarkt da zu stehen.“

Die Gegner eines Neubaus wollten wissen, auf welche Weise der Wunsch der Bevölkerung ermittelt worden sei, auf den sich die Mitglieder des Bauausschusses bei ihrer Entscheidung gestützt hätten. Abermals wurde das Gutachten genannt.

Die angeschobenen Pläne betitelten die Kritiker als „Dorfverödungsprogramm“ und sagten die Schließung der übrigen Einzelhändler im Dorf voraus. Die Gemeinde ruiniere mit einem Neubau Familien und Geschäfte. Der Kirche wurde vorgeworfen, bisher einen Verkauf des Grundstückes bestritten zu haben. Zudem wäre es „hirnverbrannt“, auf der einen Seite einen Naturerlebnisraum einzurichten und auf der anderen den Bau eines Supermarktes zuzulassen.

Bürgermeister Plötner betonte, dass es nach seiner Kenntnis zu keinem Verkauf des Geländes kommen werde. Er könne zu den Verträgen zwischen Investor und Kirche jedoch nichts sagen.

Nachdem die Zuschauer die „Änderung der politischen Meinung“ und mehr Transparenz in der Sache gefordert hatten entschieden die Gemeindevertreter auf Vorschlag des Bürgermeisters einstimmig, den Beschluss über Flächen- und Bebauungsplan von der Tagesordnung zu nehmen. Bärbel Seehusen (SPD) stellte den Antrag. als nächsten zeitnahen Schritt eine Bürgerversammlung einzuberufen.


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erstellt am 24.Sep.2015 | 10:07 Uhr

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