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Ostholsteiner Anzeiger

28. Juli 2017 | 20:58 Uhr

Pflegenotstand in Eutiner Sana-Klinik?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Geschäftsführung der Eutiner Sana-Klinik hat beschlossen, mehrere Betten der zentralen Notaufnahme zu sperren. Für Patienten, die stationär aufgenommen werden müssen, heißt das, sie liegen auf dem Flur, wenn die Stationen 3 und 4 keine freien Zimmer haben.

„Das sind unhaltbare Zustände“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Christian Wölm, der für den Bereich Gesundheit im Bezirk Lübeck/Ostholstein zuständig ist. Die Geschäftsführung der Eutiner Sana-Klinik weist die Vorwürfe „entschieden zurück“: „Bei uns herrscht kein Pflegenotstand“, sagt Geschäftsführer Klaus Abel. Alle Pflegestellen der Sana-Klinik seien besetzt, seit Beginn des Jahres liege die Besetzung der Pflegestellen sogar deutlich über dem Stellenplan für 2017.

Wölm argumentiert mit einem offenen Brief des Betriebsrates an die Geschäftsführung. Ihm liegen außerdem mehrere Gefährdungsanzeigen vor, in denen Pflegekräfte schildern, dass sie „zu zweit für 36 Patienten und mehr zuständig“ seien, „einige davon auf dem Flur liegen, fixiert sind oder per Monitor überwacht werden müssen“. Mit Gefährdungsanzeigen mache das Pflegepersonal gegenüber der Geschäftsführung deutlich, dass verantwortungsvolle Pflege nicht mehr möglich sei. Das Personal sei dann nicht mehr haftbar, erklärte Wölm. Allein in diesem Jahr seien schon 150 dieser Anzeigen geschrieben worden. Verdi fordert daher die Geschäftsführung auf, die Sperrung der Betten der Notaufnahme zurückzunehmen und kurzfristig für eine Entlastung des Personals zu sorgen. „Dies kann kurzfristig über Leiharbeitsfirmen geschehen, deren Mitarbeiter langfristig übernommen werden können“, sagte Wölm. Nach bisherigen Schilderung erlaube dies die wirtschaftliche Situation der Klinik.

Die Klinik hingegen erklärt die Entscheidung so: Aufgrund von Beschäftigungsverboten für Schwangere, krankheitsbedingten Ausfällen und kurzfristigen Kündigungen habe sich die Geschäftsführung und die Pflegedirektion darauf geeinigt, die schwach ausgelasteten Bereiche der Aufnahmestation bei der Notaufnahme zu sperren, um auf anderen Stationen auszuhelfen. Diese Sperrung sei nur kurzfristig, werde täglich überprüft, so Abel. Wölm hofft, dass Kreisverwaltung und Ostholsteins Landrat als Minderheitsgesellschafter ähnlich wie beim letzten Streit eine öffentliche Erklärung der Geschäftsführer fordern.

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erstellt am 16.Mai.2017 | 14:44 Uhr

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