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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 08:44 Uhr

Pflanzen fanden reißenden Absatz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Für fast alle der 10 000 Sträucher und Bäume fand sich bei der ersten Pflanzenbörse der Kreisjägerschaft im Schießsportzentrum ein Käufer

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2014 | 12:36 Uhr

Hainbuche, Schneeball, Wildobst – das waren die Renner auf der Pflanzenmesse am Schießsportzentrum (SSZ) Kasseedorf. Mehr als 10 000 heimische Sträucher und Bäume hatte Claus-Henrik Estorff von der Kreisjägerschaft Plön für den Verkauf organisiert.

Bisher war die Pflanzenmesse der Kreisjägerschaften Plön, Eutin, Lübeck und Oldenburg immer in Plön beim gleichnamigen Autohaus. Der Grund für die neue Ortswahl: „Wir wollten Hemschwellen abbauen und nachdem die Anlage so in der Kritik gewesen ist, alle Interessierten einladen, mit uns ins Gespräch zu kommen“, sagt Estorff, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft Plön. Es sei ein Versuchsballon. Estorff: „Wir wollten erst einmal schauen, ob überhaupt Menschen hierher kommen und wie es angenommen wird.“ Die ganze Nacht habe er schlecht geschlafen. Doch die Sorgen, auf dem Großteil der 10 000 Bäume und Sträucher sitzen zu bleiben, zerschlug sich schon am Vormittag.

„Gegen elf Uhr war hier ein Riesenansturm“, freute sich Joachim Schmidt, Bösdorfer Bürgermeister und Hegeringleiter in Plön. Mehr als 200 Menschen seien auf einmal gekommen, die 15 Helfer hatten alle Hände voll zu tun.

Neben Jägern und Landwirten kamen in diesem Jahr auch viele Hausbesitzer und Gartenliebhaber – so wie Claus Heinis. „Bei mir sind immer viele Rehe im Garten und Buchen habe ich noch nicht“, berichtete der Schleswiger über seine Absicht, das Nahrungsangebot für die Tiere zu erweitern. „Die Kupfer-Felsenbirne und den Hartriegel mag ich optisch. Das wird toll aussehen.“ Helfer und Jäger Joachim Böttcher aus Plön gab ihm noch den Tipp, Birne und Hartriegel in den Anfangsjahren mit Maschendraht zu schützen – „da gehen Rehe sonst gern ran“. Joachim Schmidt: „Es kommt gut an, das merke ich immer wieder, dass wir Jäger auch Tipps zum Pflanzen geben.“ Viel zu oft würden Jäger in der Öffentlichkeit nur mit dem Bild des Schießenden verbunden, was der Realität nicht gerecht werde. Auch die Hege und Pflege des Waldes und der Reviere gehörten dazu. Familie Stoll aus Lensahn kaufte beispielsweise Stauden und Bäume für einen Knick. „Wir hoffen, dass sich dann Fasane und Hasen hier wieder wohlfühlen“, sagte Annelie Stoll-Kemna.

Am Nachmittag war nur noch ein Zehntel der Pflanzen übrig – und einzelne Käufer kamen noch. Die einen wollten eine Buchenhecke pflanzen, die anderen alte Obstgehölze zurück in den heimischen Garten holen. Estorff: „Ich bin wirklich zufrieden. Jetzt wissen wir, dass wir im nächsten Jahr noch mehr Rahmenprogramm anbieten können, weil die Besucher einfach da sind.“

Die geschätzten Einnahmen von 1500 bis 2000 Euro gehen an das SSZ. „Wir hätten hier gern einen zweiten laufenden Keiler und einen Jagdparcour.“ Ein Laser-Schießkino wird heute eingerichtet. Sabine Orthmann, ehrenamtliche Helferin beim SSZ: „Wir wollen attraktiver werden. Denn hier können die Jäger üben, um waidgerecht in der Praxis jagen zu können.“ Wer auf dem Schießstand nicht richtig treffe, verletze dabei kein Tier.

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