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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 00:30 Uhr

Pfirsich-Experiment in Malente fruchtet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

OHA-Mitarbeiterin Kerstin Ahrens hat die Früchte in ihrem Garten angepflanzt

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Pfirsiche im eigenen Garten? Und das bei uns im hohen Norden? Das konnte ich mir auch nicht vorstellen. Doch nun weiß ich, dass es klappt. Nach meiner ersten Ernte 2012 mit zwei Früchten konnte ich in diesem Jahr 35 rot-gelbe und sehr saftige Prunus persica (persischer Apfel) der Sorte „Benedicte“ vom Baum pflücken.

Schon im Frühjahr war ich von der zartrosa farbenen Blütenpracht begeistert. Um die Befruchtung – mangels Insekten nach dem harten Winter – musste ich mir keine Gedanken machen, weil es sich bei dem dreijährigen Baum um eine selbstbefruchtende Sorte handelt. Doch die Kräuselkrankheit, bei der sich an den Blättern hellgrüne bis rote Blasen bilden, drohte meinen Ernteerfolg zu zerstören. Allen Meinungen von Fachleuten zum Trotz habe ich statt eines Radikalschnitts nur die einzelnen Blätter abgeknipst und entsorgt. Um nicht auch noch andere Pflanzen zu infizieren, wurde anschließendes Händewaschen und das Desinfizieren der Schere zur täglichen Pflichtdisziplin. Der Südwest-Standort ist für den Baum ideal. Fast 60 Früchte entwickelten sich an den Ästen, die nicht stärker als ein Bleistift waren. Einigen hingen mit bis zu sechs Früchten mächtig durch. Die natürliche Auslese ließ 43 Pfirsiche gedeihen. Leider sorgte starker Wind für weiteren Schwund. Ab Juni wechselten die grünen Früchte ihre Farbe – vom anfänglichen Gelb ins Dunkelrote. Die Sonnenwärme, die sich an der vor Wind geschützten Hauswand staute, trug ihren Teil dazu bei.

Allerdings bedeutete dies auch den Baum zu wässern. Denn er „säuft wie ein Loch“. Es dauerte nur wenige Minuten bis das Wasser, das sich nach dem Gießen im übergroßen Unterteller gesammelt hatte, wie von Zauberhand aufgesaugt war. Dieses Prozedere wiederholte sich, je nach Bedarf und Tagestemperaturen, mehrmals täglich.

Waren meine beiden Früchte im vergangenen Jahr so groß wie Äpfel, so entwickelte sich die diesjährige Ernte mit etwa sechs bis acht Zentimeter Durchmesser etwas kleiner. Dafür aber noch saftiger. Und das, obwohl „Benedicte“ im Topf gedeihen muss. Denn in meinem Garten ist eine Menge Schotter, die selbst Grabungen von zehn Zentimetern Tiefe zur Herausforderung werden lassen.

Bisher war ich an die Haltung des Baums etwas unbedacht herangegangen. Mittlerweile weiß ich, dass Pfirsiche wie Sauerkirschen am einjährigen Holz – also an den Trieben, die im Vorjahr entstehen – ihre Früchte tragen. Jetzt nach der Ernte und eventuell im Frühjahr gilt es, die wahren von den falschen Trieben zu unterscheiden und zu schneiden. Denn ich will auch 2014 eine tolle Pfirsich-Ernte erleben. Und im Herbst beschert der Baum eine traumhafte Laubfärbung – fast wie ein kleiner „Indian Summer“.

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