Hutzfeld : Pfingstlauf in familiärer Atmosphäre

Beim 10,7-Kilometer-Lauf setzte sich der spätere Sieger Heinz Dankers mit der Startnummer 94 schon auf den ersten Metern an die Spitze der Teilnehmerfeldes.
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Beim 10,7-Kilometer-Lauf setzte sich der spätere Sieger Heinz Dankers mit der Startnummer 94 schon auf den ersten Metern an die Spitze der Teilnehmerfeldes.

Volkslauf des Bosauer SV fand am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein mit 270 Startern über fünf und 10,7 Kilometer statt.

shz.de von
09. Juni 2014, 10:54 Uhr

Er war nicht der schnellste, dafür aber der älteste Teilnehmer beim 14. Bosauer Pfingstlauf. Fritz Meyer, 1928 geboren, absolvierte die Fünf-Kilometer-Strecke und wurde mit ausdauerndem Beifall bedacht. Insgesamt waren 270 Läufer, Nordic Walker und Wanderer am Start. „Darunter sind 50 Sportler vom Bosauer SV”, stellte die Vereinsvorsitzende Edelgard Suikat erfreut fest.

„Das ist der 14. Pfingstlauf – und wir haben zum 14. Mal Sonnenschein“, sagte Peter Knuth, der den Lauf 2001 ins Leben gerufen hat und am Pfingstsonntag eher im Hintergrund mithalf. Er hatte die Technik der Zeitmessung im Griff. Vor 14 Jahren hatten die Veranstalter beim ersten Bosauer Volkslauf vor dem Start bange Minuten zu überstehen. „Damals zogen dicke Wolken auf, die schwarze Wand stand direkt über dem Sportplatz, als wir starten wollten. Kurzerhand haben wir uns alle untergestellt, um nicht nass zu werden und haben das Startsignal eine Viertelstunde später gegeben”, erinnert sich Knuth. Seit der Premiere gibt es aber einen Pakt zwischen den Bosauern und der Großwetterlage: Pfingstsonntag ist es immer schön.

Eigentlich hatte sich Fokke Kramer (76) fest vorgenommen beim Lauf des Bosauer SV mitzumischen. Doch der Ausdauersportler zog sich am Mittwoch eine Oberschenkelzerrung zu. „So kann ich nicht starten“, sagte er, nachdem er das Aufwärmen abbrechen musste. Doch der 5000-Meter-Landesmeister der Altersklasse M75 haderte nicht lange mit seiner Verletzung. Er machte sich nützlich und nahm die für die Zeitmessung wichtigen Transponder in Empfang, die die Teilnehmer nach dem Zieleinlauf zurückgeben mussten.

Über die Fünf-Kilometer-Strecke gab es einen einsamen Sieger. Jens Lüdtke aus Preetz setzte sich schnell an die Spitze und erreichte nach 18:25 Minuten das Ziel. „Es war schön, wie immer“, meinte der Sieger. Es sei nur ein wenig warm gewesen. Lüdtke war zum dritten oder vierten Mal dabei, diesmal über die kürzere Strecke, sonst bevorzugte er die längere Strecke. Mit der zweitschnellsten Zeit bewältigte Sophie Marie Woltersdorf die fünf Kilometer. Die 13-Jährige benötigte 19:41 Minuten und erholte sich schnell. Sie habe mit zehn Jahren angefangen zu laufen, sagte die junge Athletin, die für Lübeck 76 läuft und - zum Ausgleich – Tischtennis spielt. „Mein Bruder spielt bei Lübeck 76 Fußball, aber dazu hatte ich keine Lust“, sagte Sophie Marie Woltersdorf. Sie suchte sich Leichtathletik aus und läuft von Erfolg zu Erfolg. Ihr nächstes Ziel ist der „Helgoland Staffel Marathon“, bei dem sie in diesem Jahr mit dem Team des Johanneums zu Lübeck den Vorjahressieg bestätigen möchte.

Kurz entschlossen war der Gesamtsieger über 10,7 Kilometer. Heinz Dankers hatte in der Altersklasse M50 nachgemeldet: „Ich habe mir den Laufkalender angesehen, weil ich mir an diesem Wochenende einen Zehn-Kilometer-Lauf vorgenommen hatte und dann nachgemeldet“, sagte Dankers. Er ist an jedem zweiten Wochenende laufend unterwegs, meistens für die Leichtathletikvereinigung (LAV) Hamburg Nord, oft aber auch als Betriebssportler für die Hamburger Polizei. „Die kleinen Dorfläufe sind mir lieber als die großen Stadtläufe, und der Bosauer Lauf ist auch in diesem Jahr ausgezeichnet organisiert“, lobte Heinz Dankers die Organisation. Sein nächster geplanter Start ist der Nordseelauf, der am 21. Juni in Esens-Bensersiel beginnt und sieben Etappen an acht Tagen vorsieht. In Hutzfeld kam er nach 40:27 Minuten ins Ziel und hatte eine gute Minute Vorsprung vor Volker Thimm vom TSV Ratekau.

Die schnellste Frau über 10,7 Kilometer gehörte zum Favoritenkreis. Trixi Trapp fühlte sich nicht so fit wie letztes Jahr. Sie hat den Bosauer Pfingstlauf vor elf Jahren in ihr Herz geschlossen: „Ich war hier 2003 zum ersten Mal am Start. Wir wohnen in Neumünster, da ist der Weg hierher nicht weit. Es hat auch heute echt Spaß gemacht, die Strecke ist toll, die Atmosphäre auch.“

Die einladende Atmosphäre ist kein Zufall. „Wir haben keine Probleme, Helfer zu finden. Die meisten sind schon viele Jahre dabei“, sagt Edelgard Suikat. Der Bosauer SV stellte auch vorgestern rund 40 Helferinnen und Helfer, die als Streckenposten, Fahrradeskorte oder bei der Getränkeversorgung dafür sorgten, dass sich die Aktiven rundum wohl fühlten. Und als der Regen kam, hatten die Bosauer auch in diesem Jahr längst alle Medaillen und Urkunden verteilt und ihre Sachen eingepackt, damit auch der Pfingstlauf 2015 bei höchstwahrscheinlich sommerlicher Witterung glatt über die Bühne gehen kann.

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