Petitionsausschuss bringt Bewegung in kuriosen Müllstreit

Klaus-Peter Klasen (re.) und Uwe Lattka erklärten Doris von Sayn-Wittgenstein die Sachlage.
Klaus-Peter Klasen (re.) und Uwe Lattka erklärten Doris von Sayn-Wittgenstein die Sachlage.

shz.de von
23. Mai 2018, 11:13 Uhr

Im Streit zwischen Klaus-Peter Klasen aus Högsdorf und der Abfallwirtschaft des Kreises Plön zeichnet sich eine mögliche Lösung ab: Klasen könnte seine Mülltonnen an der Zufahrt zum Schoppelweg in einem Verschlag unterbringen, der noch zu bauen wäre. Dort seien die Tonnen sturmsicher geschützt und Klasen könnte seinen Restmüll darin entsorgen.

Gestern befasste sich
Doris von Sayn-Wittgenstein (AfD), Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landtags, vor Ort mit der Angelegenheit und schlug diesen Kompromiss vor. Mit dabei waren Stefan Plischka, beim Kreis zuständiger Abteilungsleiter, der stellvertretende Högsdorfer Bürgermeister Uwe Lattka und Wolfgang Oellermann, leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Lütjenburg.

Wie berichtet, besteht aus Sicht der Kreisverwaltung
für die Einwohner ein Anschlusszwang an die Müllentsorgung. Deshalb stehen zwei Mülltonnen auf Klasens Grundstück, seit dem Kreis im vergangenen Jahr anlässlich einer Sperrmüllentsorgung aufgefallen war, dass Klasen nicht an die Müllabfuhr angeschlossen ist. „Warum soll ich für eine Leistung zahlen, die ich nicht in Anspruch nehme?“, fragt der 71-Jährige. Er hat 27 Jahre lang seinen Restmüll in blauen Säcken entsorgt und im Kofferraum seines Wagens zur Müllsammelstelle an der Hauptstraße gebracht. Das Müllfahrzeug fährt seinen Hof nicht an, weil der rund 800 Meter von der Hauptstraße entfernt liegt, die Zuwegung aus Sicht des Kreises zu schmal ist und das Fahrzeug am Ende nicht wenden kann. Klasen will eine Ausnahme von der Regel. Er argumentiert, dass ein Dreiachser der Firma Remondis zur Entsorgung der Klärgrube ohne Probleme durch den Schoppelweg komme und findet das starre Verwaltungssystem unmöglich.

Aus Plischkas Sicht ist
es aus Sicherheitsgründen nicht zulässig, mit dem Müllfahrzeug bis zu Klasens Haus zu fahren. „Wir verlieren den Versicherungsschutz. Das ist bundeseinheitlich geregelt.“ Aber es gebe andere Möglichkeiten, die Tonnen zu stellen: „Es gibt keine Forderung, dass Mülltonnen auf dem Grundstück stehen müssen“, argumentierte Plischka. „Der Vermittlungsvorschlag hat überzeugt. Das Grundstück ist anzuschließen. Es gibt viele exponierte Alleinlagen im Kreis. Überlegen Sie sich, wo Sie die Tonnen hinstellen“, beharrte er. „Es gibt keine Ausnahmen. Die Behälter sind am Abfuhrtag bereitzustellen.“

Uwe Lattka will nun in der nächsten Gemeindevertretersitzung am Dienstag, 19. Juni, den Bau eines Verschlags auf einem Stückchen gemeindeeigenen Grundes am Anfang des Schoppelwegs vorschlagen. Zu bedenken sei aber, dass sich dort ein Schacht befinde, der frei bleiben müsse, und ebenso ein Verteilerkasten der Schleswig-Holstein Netz AG. Klasen kündigte an, sich mit seinem Anwalt zu beraten, ob er doch vor das Verwaltungsgericht gehe. Er werde weiterhin Säcke mit Restmüll füllen und an die Straße stellen. „Dann bezahle ich halt die Gebühren, aber es geht mir ums Prinzip.“ Das vorgeschlagene Zwischenergebnis werde er jetzt erst einmal hinnehmen.

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