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Peterstraße wird komplett saniert – Leitungen und Kanäle zu marode

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Offensichtlich war es notwendig, die Diskussion noch einmal so intensiv zu führen“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt gestern, der die gemeinsame Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses am Dienstagabend schlussendlich als sehr erfolgreich bezeichnete, denn wichtige Beschlüsse seien gefasst, „jetzt kann der Planer weiter arbeiten“. Planer Philipp Haggeney war unterdes mit alten Plänen angerückt, die längst nicht mehr der aktuellen Beschlusslage entsprachen, doch das werde für die nächsten Sitzungen geändert.

Worum ging es im Kern? Aufgrund sich widersprechender Beschlüsse und verschiedener „Zuständigkeitsempfindungen“ war die gemeinsame Sitzung notwendig, um in Fragen für die Stadtsanierung voran zu kommen. Soll es Wasserspiele geben? Bleibt das Ehrenmal stehen? Wie sollen die Bäume durch die Stadt leiten – vergleichbar mit dem heutigen „Blumenband“ aus Geranien. Verwaltung und Stadtwerke führten den Mitgliedern beider Ausschüsse noch einmal vor, was bei den Beschlüssen mitbedacht werden müsse: Die Qualität des Betons als Untergrund, der sich durch die gesamte Innenstadt in unterschiedlichen Dicken unter dem Pflaster zieht oder der Zustand der Ver- und Entsorgungsleitungen in den Straßen.

So stellte Boris Sobotta von der Stadtentwässerung die Ergebnisse der Kanaluntersuchungen in der Innenstadt vor: „Wir haben die ältesten Kanäle Eutins in der Innenstadt. Teilweise sind sie aus den Jahren 1955/56.“ Eigentlich, so Stadtwerkechef Marc Mißling, liege der Investitionsbedarf eher in der Peripherie der Stadt, nicht im Zentrum. „Aber wenn die Oberfläche angefasst wird, macht es Sinn, zu schauen, was wir tun können.“ Und das sei eine Menge. Laut Sobotta müssen teilweise mehr als 80 Prozent der untersuchten Leitungen und Kanäle kurz- oder mittelfristig erneuert werden. Außerdem seien aus heutiger Sicht die Regenwasserkanäle zu klein bemessen und der Zustand vieler Rohre und Kanäle sei so marode, dass sie schwere Erschütterungen, wie sie bei einer Sanierung zu erwarten wären, nicht „überleben“ würden. „In vielen Fällen ist die Standsicherheit einfach nicht mehr gewährleistet“, so Sobotta. Der Großteil der Stromleitungen seien Ölkabel, Gas- und Wasserleitungen aus PVC oder teils Stahl – „das müssen wir erneuern“.

Ähnlich lautete das von Karen Dyck (Bauamt) vorgestellte Ergebnis der Bohruntersuchung zur Betonqualität in Eutins Fußgängerzone: „Wir konnten keine Bewehrung mittels Stahl finden, aber unterschiedliche Stärken von etwas mehr als zehn bis 25 Zentimer feststellen.“ Darauf aufzubauen, hält der Planer für zu riskant – „dafür würde ich auch keine Gewährleistung übernehmen“. Doch laut aktueller Beschlusslage muss er das auch nicht, denn die Mehrheit des Bauausschusses hob die Hand für den vollständigen Ausbau.

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erstellt am 22.Jun.2016 | 00:57 Uhr

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