Peterstraße: Arbeiten nicht mehr zu stoppen

Bürgerinitiative rennt die Zeit davon / Auftragsvergabe nächste Woche geplant

shz.de von
29. März 2017, 00:01 Uhr

Einen Stopp der geplanten Sanierung in der Peterstraße wird die Bürgerinitiative (BI) von Marcus Gutzeit, Thorben Junge und Alexander Scholz nicht mehr erreichen. „Das wird nur noch mit einem politischen Beschluss zu stoppen sein. Uns rennt einfach die Zeit davon“, sagte Marcus Gutzeit, einer der drei Gründer der „Bürgerinitiative zum Erhalt des historischen Eutins“ gestern auf Nachfrage.

Der Zeitplan sei schon immer eng gewesen, aber: „Bis heute haben wir keine Kostenschätzung vorliegen, dabei
war das letzte Abstimmunsgespräch Anfang März“, so Gutzeit. Aus dem Rathaus heißt es dazu: „Die Fragestellung ist sehr komplex. Wir haben mit der Kostenschätzung ein externes Planungsbüro beauftragt.“ Insbesondere die Fragen nach der Verfugung und etwaiger Fördermittel beschäftigten die Verwaltung. Ohne die Kostenschätzung kann die BI keine Unterschriften sammeln, ohne mindestens 1312 gültige Unterschriften kein Bürgerbegehren mehr bei der Kommunalaufsicht beantragen. Das wäre aus Sicht der Kommunalaufsicht nur zulässig, wenn die Kommune keinen Vertragsbruch eingehen müsste. Doch derzeit werden die Angebote der Unternehmen für die geplante Sanierung der Peterstraße geprüft. Die Vergabe soll im Bauausschuss am 5. April im nicht öffentlichen Teil erfolgen. Sind die Arbeiten vergeben, Verträge eingegangen, ist ein Begehren unzulässig.

„Wir stecken den Kopf aber nicht in den Sand. Wir machen weiter, konzentrieren uns auf die kommenden Abschnitte“, kündigte Gutzeit an. So sehe die BI „nichts Sinnvolles“ in der geplanten Sanierung des Marktes. Neues Verfugen des Pflasters für größere Barrierefreiheit sei wichtig, aber Brunnen und Denkmal sind aus Sicht der BI „absolut in Ordnung, dort wo sie sind“. Dass die Sanierung der Straße Am Rosengarten eventuell direkt im Anschluss an die Peterstraße erfolgt, wenn der politische Beschluss ergeht (wir berichteten), will die Bürgerinitiative unterstützen: „Da sehen wir auch dringenden Handlungsbedarf, die Rohre und Leitungen sind da deutlich älter. Da ist ein Ausbau sinnvoll“, sagte Gutzeit. Die Bürgerinitiative werde weiter im Dialog versuchen, der Politik deutlich zu machen, „dass diese Großsanierung nicht sinnvoll ist. Sonst stirbt Eutin aus“, ist Gutzeit überzeugt.

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