Kreissynode in Eutin: : Peter Barz gewinnt die Propstwahl

Propst Matthias Wiechmann gehörte zu den ersten Gratulanten von Peter Barz.
Propst Matthias Wiechmann gehörte zu den ersten Gratulanten von Peter Barz.

Kirchenkreissynode entscheidet sich klar für den 55-Jährigen, der am 1. November Nachfolger von Matthias Wiechmann wird

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25. Juni 2014, 16:28 Uhr

Dieses Mal brauchte der Kirchenkreis Ostholstein für die Wahl eines neuen Propstes nur einen Anlauf. Mit 54 zu 28 Stimmen setzte sich Pastor Peter Barz, Personal- und Organisationsentwickler im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, gleich im ersten Wahlgang gegen Bernd Müller-Teichert, Pastor in der Kirchengemeinde Hamburg-Lokstedt, durch. „Wunderbar, ich komme gern nach Ostholstein“, kommentierte der 55-Jährige, der drei erwachsene Kinder hat und von seiner Frau Ursula und seinem jüngsten Sohn Jakob (20) begleitet worden war, seine Wahl.

Barz wird am 1. November für eine Amtsdauer von zunächst zehn Jahren die Nachfolge von Matthias Wiechmann antreten und damit auch zu einem Viertel eine Pfarrstelle der Eutiner Kirchengemeinde übernehmen sowie für die in Eutin angesiedelten Dienste und Werke zuständig sein. Er wird Amtsbruder von Dirk Süssenbach (43) in Neustadt, der Anfang April erst im dritten Anlauf gewählt worden war, nachdem die Synodalen zweimal einen Kandidaten abgelehnt hatten.

Gestern Abend war die Sache gleich klar: 45 Stimmen, entsprechend der Mehrheit der Mitglieder der 88-köpfigen Synode, brauchte Barz, die anwesenden 83 Synodalen gaben ihm neun Stimmen mehr. Zu den ersten Gratulanten gehörte neben Propst Wiechmann und Synodenpräses Dr. Peter Wendt auch der Schleswiger Bischof Gothart Magaard, der Vorsitzender des Wahlausschusses war. Er überreichte Barz augenzwinkernd zur Orientierung einen Kompass und eine Mini-Taschenlampe sowie ein „Notfall-Equipment, um sich abzuseilen“. Der Unterlegene erhielt als Trostpflaster einen Schleswiger Dom aus Marzipan. Zuvor hatte Magaard begründet, warum der Wahlausschuss aus den Bewerbungen die zwei Kandidaten ausgewählt habe. Beide seien verantwortungsbewusste, gute, sprachfähige Theologen.

Vor der geheimen Wahl hatten sich die beiden Kandidaten in einer jeweils zehnminütigen Rede vorgestellt. Dabei hatte Barz angekündigt, als Propst sowohl Ehren- als auch Hauptamt zu stärken. Der Kirchenkreis mit seinen 116 000 Gemeindegliedern hat mehr als 70 Pastoren und über 4000 ehrenamtliche Tätige. „Ehrenamtliche sind nicht einfach die Helfer der Hauptamtlichen, sondern haben in unserer Kirche eine ganz eigene Wertigkeit.“ Die Hauptamtlichen wolle er mit seinem Hintergrund als Personalentwickler unterstützen, indem er für eine Klarheit der Aufgaben sorge. Das ermögliche Entlastung. „Ich wünsche mir eine Kirche, die Menschen nicht ausbrennen lässt, sondern den Zugang zu den eigenen Kraftquellen ermöglicht.“

Als Propst wolle er Gemeinden, Kirchenkreis und Landeskirche verbinden. Auf allen Ebenen habe er gearbeitet. Mit Blick auf Dirk Süssenbach, der am 1. August in Neustadt antritt, sagte er, er wolle das Amt gestalten mit zwei Personen, die sich kennen und gegenseitig schätzen. Hier werden die beiden Pröpste noch viel Arbeit vor sich haben, gilt die Fusion der Kirchenkreise Eutin und Oldenburg im Jahr 2009 doch als ein Zusammenschluss wider Willen.

„Das tut natürlich weh“, kommentierte Bernd Müller-Teichert (47) in einer kurzen Reaktion vor den Synodalen seine Niederlage, gewann dieser aber zugleich etwas Positives ab: „Das war für mich so etwas wie eine interne Fortbildung“, sagte er mit Blick auf seine Vorbereitung auf die Wahl in den vergangenen Monaten. Er habe so viele Gespräche geführt, dass er die Kirche viel besser kennengelernt habe.

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