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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 03:19 Uhr

Pensionswelle sorgt für Kostenexplosion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 17.Aug.2014 | 17:04 Uhr

Rund 1000 Lehrer und 440 Polizisten werden in diesem Jahr in Schleswig-Holstein pensioniert. Als Pensionäre erhalten sie, wie weitere 32 000 Nordlichter, Leistungen aus dem Landeshaushalt. In diesem Jahr sind das 1,03 Milliarden Euro.

„Schon jetzt sind fast elf Prozent der Landesausgaben Pensionslasten, im Jahr 2030 werden es doppelt so viele sein. Da tickt eine Zeitbombe“, warnt Aloys Altmann, Präsident des Steuerzahlerbundes im Norden. Er kritisiert, dass die Landesregierung keine dauerhafte Vorsorge getrieben hat.



Mit dramatischen Folgen: Auf das Land rollt derzeit eine Pensionslawine zu, weil die Babyboomer ausscheiden, die in den 70er Jahren massenhaft eingestellt wurden. „Die bleiben auch als Pensionäre auf der Payroll des Landes und nehmen uns die Luft“ , fürchtet Altmann. Er verweist auf das Beispiel Hamburg, wo überraschend der Ansatz für Pensionsrückstellungen rein rechnerisch von 20 auf 26 Milliarden Euro erhöht werden muss – auch weil Pensionäre heute doppelt so lange Staatsknete beziehen wie 1960.

Weil Vertrauensschutz besteht, ist der Spielraum für Kürzungen der Versorgungsbezüge eng. Allerdings fordern Experten wie der Freiburger Professor Bernd Raffelhüschen, dass die Rentensparbeschlüsse der Vergangenheit endlich wirkungsgleich auf die Pensionen übertragen werden – etwa beim Nachhaltigkeitsfaktor. Laut Raffelhüschen gibt der Staat derzeit jährlich 32,5 Milliarden für die Pensionäre aus. In den nächsten Jahren erhöht sich dieser Ausgabeposten auf 52 Milliarden pro Jahr. Der Steuerzahlerbund fordert deshalb schon länger, die Höhe der Pensionen nach dem Durchschnittsgehalt zu berechnen und nicht nach der Endstufe der Besoldung, sowie Ausbildungs- und Studienzeit nicht mehr anzurechnen. Altmann: „Wir sollten auf Verbeamtungen möglichst verzichten – Ausnahme: Justiz und Polizei“ . Bericht & Kommentar S.

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