zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 16:22 Uhr

Paustian will Chef im Rathaus bleiben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Doch: Die Parteien der Plön Ratsversammlung suchen nach einer Sitzung am Donnerstag einen gemeinsamen Gegenkandidaten

von
erstellt am 26.Aug.2015 | 17:27 Uhr

Die Amtszeit von Plöns Bürgermeister Jens Paustian endet im Februar 2017. Das ist noch lange hin, doch die Vorbereitungen sind schon in vollem Gange. Erst am Donnerstagabend steckten die Vorsitzenden von CDU, SPD, FWG-Plön, Grünen und FDP intern ihre Köpfe zusammen. Im Ergebnis suchen sie jetzt gemeinsam einen Kandidaten, der noch vor den Sommerferien im nächsten Jahr gegen Amtsinhaber Jens Paustian um das Amt des Plöner Bürgermeisters antreten wird.

Wie der OHA mehrfach berichtet hat, ist die Stimmung zwischen Bürgermeister und „seiner“ Verwaltung auf der einen und der Ratsversammlung (Selbstverwaltung) auf der anderen Seite schlecht. Das gegenseitige Vertrauen ist geschwunden. Es gab böse Briefe. Die doppischen Haushalte von 2009 bis 2014 müssen noch erstellt werden, der Kreis Plön hat der Stadt schlechte Noten im Bericht des Gemeindeprüfungsamtes gegeben.

Bürgermeister Jens Paustian geriet in den vergangenen Monaten mehr und mehr in die Kritik und unter Druck. Wechselseitig stellte er sich mannhaft vor seine Verwaltung oder seine Verwaltung stellte sich vor ihn. „Ich werde als Amtsinhaber wieder kandidieren – bisher ist nichts anderes geplant“, sagte Paustian diese Woche auf OHA-Anfrage.

Die Direktwahl des Plöner Bürgermeisters muss gesetzlich spätestens zwei Monate vor der Amtszeit erfolgen. Sie kann aber auch schon acht Monate vor Ende der Amtszeit beginnen. Neu ist, dass die Vorschläge der Kandidaten nicht mehr aus den einzelnen Fraktionen der Ratsversammlung kommen, sondern von den jeweiligen Parteien. Fraktions- und Parteivorsitz liegen in Plön – außer bei den Grünen – in unterschiedlichen Händen.

Wie Plöns SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dr. Henning Höppner gestern auf OHA-Anfrage sagte, verständigten sich die Parteien am Donnerstag: „Wir wollen 2016 schnell Klarheit über die Zukunft des Chefpostens im Rathaus schaffen.“ So sollten die Wahl (mit eventueller Stichwahl) schon Anfang Juli und damit vor den Sommerferien erfolgen. Gesucht werde ein Bürgermeister, der mit Perspektive einer Verwaltung des ganzen Amtes Großer Plöner See bis zu 120 Mitarbeiter in der Stadtverwaltung leiten kann. Er müsse Erfahrung in interkommunaler Zusammenarbeit, aber auch in Zusammenführung von Kameralistik und Doppik in der Haushaltsführung haben.

Über große Einigkeit bei dem Parteien-Gespräch am Donnerstag freute sich der Plöner CDU-Ortsvorsitzende André Jagusch: „Alle in der Ratsversammlung vertretenen Parteien wollen gemeinsam den Wechsel im Rathaus.“ Niemand glaube, dass Jens Paustian die bestehenden Probleme lösen könne. Namen, so sagte Frank Evers (Vorsitzender FWG-Plön) gestern auf OHA-Anfrage, gibt es noch nicht. „Ein Anforderungsprofil solle erstellt und die Stellenausschreibung auf den Weg gebracht werden. Der Bewerber sollte für die FWG-Plön einen Bezug zu Plön haben“, fügte Frank Evers hinzu.

Positiv bewertete auch Plöns Ortsvorsitzender der Grünen, Gerd Weber, das Gespräch der Plöner Parteivorsitzenden bei ihm im Steinbergweg: „Bei der Auswahl setzen wir nicht so sehr auf das ,Parteibuch, des Kandidaten, sondern auf seine Kompetenz.“

Plöns FDP-Vorsitzender Dirk Meußer berichtete von großer Harmonie und Einigkeit unter den Ortsvorsitzenden am Donnerstag. Die FDP sei im Abstimmungsprozess, werde aber keinen eigenen Kandidaten vorschlagen. Der neue Bürgermeister müsse qualifiziert und verwurzelt in Plön sein.

In der Plöner CDU-Ratsfraktion hat bereits ein möglicher Kandidat seine Chancen ausgelotet: Stefan Meyer. Der 44-jährige Kriminalbeamte lebt seit 1989 in Plön und gehörte der Ratsversammlung von 2001 bis 2008 als Ratsherr an. „Das ist eine interessante Idee“, sagte Meyer gestern dem OHA zu einer möglichen Kandidatur. Er sei in Gesprächen: aber „ich könnte mir die Ausübung des Bürgermeisteramtes in meiner Heimatstadt Plön sehr gut vorstellen. Es ist auf jeden Fall eine sehr interessante Herausforderung.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen