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Ostholsteiner Anzeiger

25. November 2017 | 06:41 Uhr

Paustian soll Fackel in die Hand nehmen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Diskussion um Amtsführung des Bürgermeisters

von
erstellt am 15.Jun.2015 | 20:39 Uhr

Im öffentlichen Teil des Hauptausschusses gab es gestern Abend keinen sichtbaren Durchbruch für eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister Jens Paustian und der Ratsversammlung. Vielleicht sind die fehlenden deutlichen Worte danach im internen Teil gefallen.

Bürgermeister Jens Paustian musste nach der Absage des Hauptausschusses am 1. Juni jedenfalls wegen seiner „dünnen Vorlage“ nacharbeiten um die Bemühungen zur Verbesserung seiner Amtsführung deutlicher darzulegen. Gestern Abend begann er mit einer guten Nachricht: Die zunächst in Höhe von einer halben Million Euro angenommen Verluste bei der seit 2009 fehlenden Kalkulation der Gebühren für die Straßenreinigung liegen bei nur 28  282 Euro, hatte ihm ein beauftragtes Fachbüro erst am Nachmittag per Mail mitgeteilt.

Thorsten Pfau (SPD): „Allein, daran fehlt mir der Glaube.“ Über sieben Jahren sei die Leistung gleich geblieben. Das würde er sich gern etwas genauer ansehen. Denn: In anderen Kommunen seien die Gebühren stets erhöht worden. Stefan Plischka (CDU) zeigte ebenfalls Misstrauen, wunderte sich über die „Stabilität der Gebühren“ und sprach von einer Überprüfung der Verwaltungskosten.

So wolle sich Paustian intensiv mit dem Organisationsaufbau, der Aufgabenverteilung und dem Geschäftsverteilungsplan befassen. Auch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken solle verbessert werden. Wichtiges Thema sei der Gerberhof zur Ansiedlung neuer Familien in barrierefreien Wohnungen. Zur Finanzsituation der Stadt sagte Paustian: „Selbst wenn wir PlönBad, Bücherei und Soziales Dienstleistungszentrum schließen, ist es finanziell nicht zu schaffen.“

„Es läuft hier nicht rund“, stellte Thorsten Pfau fest. Es gebe Baustellen in vielen Bereichen. Paustian erkannte, dass er die Ratsversammlung früher in die Themen einbinden müsse. Vieles, so beklagte Oliver Hagen (CDU), erfahren er und die Ratsleute aus der Presse, bevor es in Umlauf komme. Rainer Dräger (FWG-Plön) krisitierte: „Ich hätte in dieser zweiten Vorlage mehr erwartet.“ Der FWG gehe es um die Zusammenarbeit von Bürgermeister und Ratsversammlung. Das sei Paustian vor drei Monaten von allen Fraktionen mitgeteilt worden. „Vertrauen ist keine Einbahnstraße“, meinte Jens Paustian und forderte mehr Informationen aus den Fraktionen für seine Arbeit.

„Irgendeiner muss hier doch mal den Leuchtturm spielen“, forderte Thorsten Pfau. Er fürchtete, es werde in Plön nur noch schlimmer, wenn Jens Paustian nicht bald das Steuer herum reiße. Es müsse aber auch ein Ruck durch die Verwaltung gehen. Pfau: „Sie müssen sich der Situation stellen und anpacken – einer muss die Fackel tragen.“ Pfau stellte heraus, dass die Stadtwerke dazu beitragen könnten, das finanzielle Problem in Plön zu verkleinern. Und Paustian erhoffte sich am Ende immer noch Vorschläge der Ratsversammlung zum Umgang mit dem strukturellen Defizit.

 

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