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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 16:45 Uhr

Paul Sprick ist Vize-Champion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner Basketballer unterliegt im Endspiel der Conference des Staates North Carolina mit den Bengals aus Greensboro denkbar knapp

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 15:48 Uhr

Das Basketballteam der Greensboro Day School hat die Saison als Vizemeister der Conference, also der Nord-Carolina-Meisterschaft, beendet. Die „Bangals“ unterlagen im Finale nach Verlängerung
gegen die Wesleyan Christian Academy. Die Entscheidung sei drei Sekunden vor Schluss der Verlängerung durch einen Drei-Punkte-Wurf gefallen. Für den Eutiner Paul Sprick ist die Saison aber noch nicht beendet. Der 18-Jährige tritt in der Sommer-Basketballsaison für das Team des Spielers Raymond Felton von den New York Knicks aus der NBA (National Basketball Association) an, gesponsert vom Sportausrüster „Under Armour“.

„Wir haben eine gute Saison gespielt“, bilanziert Paul Sprick seine erste Saison im amerikanischen Basketball. 31 Siegen stehen nur fünf Niederlagen gegenüber. Davon die letzte im Finale gegen Wesleyan: „Das war ein Spiel auf Augenhöhe, beide Mannschaften sind sehr stark.“ Zu dem zweiten Platz in der Conference kam der Sieg im Einladungsturnier um den „Timco Cup“. Paul Sprick ist begeistert: „Ich habe im Sport noch nie eine so tolle Zeit gehabt.“

Sein Trainer Bob Alexander habe in Eutin immer gesagt, ein Basketballteam müsse wie eine Familie sein. Schule und Sport sind in den USA nicht zu trennen. „Wir trainieren gemeinsam und gehen zusammen in die Schule, wir lernen zusammen und spielen in einem Team. Wir sehen uns jeden Tag sieben bis acht Stunden“, stellt Paul Sprick fest. So viel Nähe schweiße die Mannschaft zusammen.

Und auch in der Schule, die Day School ist eine Privatschule, läuft es rund. Es sei
eine Computer- und iPad-Schule. Am Morgen werden die Inhalte synchronisiert – keine Chance bei den Hausarbeiten zu schummeln. Pünktlich zum morgendlichen Schulbeginn werde die Drop-Box geschlossen, in die die Schüler ihre Hausaufgaben einspeisen. Paul Sprick ist der einzige Europäer an der Greensboro Day School und so auch Botschafter des Kontinents. Er werde zum Beispiel im Geschichtsunterricht oft nach der europäischen Sicht gefragt, berichtet Paul Sprick. Das Niveau in Greensboro sei recht hoch und lasse sich mit dem des Voß-Gymnasiums vergleichen. Zurzeit arbeitet der gebürtige Eutiner an einem Bioprojekt. Darin gehe es um anabolische Steroide, ein Thema, das er mit rund 4000 Wörtern bearbeitet.

Auch sportlich hat sich Paul Sprick entwickelt. „Ich musste mich an das amerikanische System gewöhnen und mich verbessern. Ich habe große Spielanteile bekommen, die Coaches sind mit mir zufrieden“, sagt Sprick. Nach der Saison genießt er eine Woche Auszeit vom Basketball, „um herunterzukommen“. In der Saison stehen für ihn 80 bis 90 Spiel auf dem Programm.

In der Sommersaison übernehme Sponsor „Under Armour“ alle Kosten für Sportausrüstung, Flüge und Verpflegung. Das erste Turnier sei in Pittsburgh, Pennsylvania, mehr als 750 Kilometer von Greensboro entfernt. Im Team von Raymond Felton stehen neben Paul Sprick drei Mitspieler aus Greensboro.

Die Ausbildung in den USA hat in Paul Spricks Leben viel bewegt. „Meine Perspektive hat sich verändert – und mein Deutsch ist schlechter geworden“, verrät er mit einem Augenzwinkern. Er hat auch schon berufliche Pläne geschmiedet. Er will in den USA Rechtswissenschaften studieren und dann in Deutschland vier Semester draufsatteln. Sein Ziel sei es, danach als juristischer Berater für Verträge mit Sportlern zu
arbeiten.

Nächstes Jahr gilt Paul Sprick an der Greensboro Day School als „senior“, das heißt: Auf dem Basketballfeld bekommt er mehr Verantwortung und größere Spielanteile, in der Schule bereitet er sich auf seinen Abschluss vor. „Die Ausbildung in den USA war meine bisher beste Entscheidung“, sagt Paul Sprick – und die Zufriedenheit ist ihm anzusehen. Sportlich hat er das Ziel auch schon abgesteckt. „Nächstes Jahr wollen wir State-Champion werden.“

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