25 Jahre Eutin–Lawrence : „Partnerschaft mit einer soliden Basis“

Ehrenbürger der Stadt Lawrence: Helmut Scheewe (von rechts) nahm die Ehrung von Ex-Bürgermeister Bob Schumm und dem amtierenden Bürgermeister Mike Amyx entgegen.
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Ehrenbürger der Stadt Lawrence: Helmut Scheewe (von rechts) nahm die Ehrung von Ex-Bürgermeister Bob Schumm und dem amtierenden Bürgermeister Mike Amyx entgegen.

Trotz der großen Entfernung zwischen Eutin und Lawrence gibt es intensive Kontakte. Im Rahmen eines Deutsch-Amerikanischen Abends wurde das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert – und Helmut Scheewe zum Ehrenbürger von Lawrence ernannt.

shz.de von
12. Juni 2014, 11:56 Uhr

Es sind fast 7500 Kilometer Luftlinie zwischen beiden Orten. Dem Gefühl nach liegen sie viel enger zusammen: Eutin und die Universitätsstadt Lawrence im US-Staat Kansas. Vor 50 Jahren kamen erstmals Germanistik-Studenten der Kansas-University (KU) zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse nach Eutin. Vor 25 Jahren schlossen beide Städte eine offizielle Partnerschaft.

Die ist mittlerweile, wie Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz am Dienstagabend feststellte, von einer so breiten Basis getragen, dass er um ihre Zukunft nicht fürchtet. Und die Zahl derer, die diese transatlantische Brücke zu schätzen wissen, wächst: „I will be back many times, it’s so wonderful“, versprach Bürgermeister Mike Amyx als Lehre aus seiner ersten Reise nach Eutin.

Der Deutsch-Amerikanische Abend am Dienstag mit gut 100 Gästen – 13 Studenten, drei Praktikanten und eine 25-köpfige Delegation aus Lawrence sowie Gasteltern, die Spitzen der Stadt und
des Partnerschaftsvereines – diente vor allem einer Würdigung der Partnerschaft und ihrer Motoren. Neben den aktuell Aktiven wie Martin Vollertsen, Vorsitzender des Vereines „Freunde von Lawrence“, und Kelly Herndon vom Sister City Advisory Board in Lawrence, stand Helmut Scheewe im Mittelpunkt. Dem 78-jährigen wurde von Bürgermeister Mike Amyx und dessen Vorgänger Bob Schumm offiziell eine Plakette mit einem Schlüssel der Stadt überreicht, die ihn zum Ehrenbürger der Stadt Lawrence macht.

Scheewe, der fast von Beginn an die KU-Studenten mit betreute und der als langjähriger Vorsitzender des Freundschaftsvereines zu den Initiatoren der Städtepartnerschaft zählt, schilderte spürbar bewegt, was ihm durch die Partnerschaft Besonderes widerfahren sei: In der Nachkriegszeit sei es schwer gefallen, sich im Ausland als Deutscher zu erkennen zu geben. In Lawrence sei er als Mensch bedingungslos respektiert und anerkannt worden.

Vor sechs Jahren habe sie beim Sister City Advisory Board begonnen und nicht geahnt, wohin das führen würde, sagte Kelly Herndon, ebensowenig wie die Väter der Partnerschaft geahnt hätten, was sich in 25 Jahren entwickeln werde. Und sie habe die Erfahrung gemacht, dass diese Städtepartnerschaft Leben verändern könne. Diese Worte haben einen konkreten Hintergrund: Dem Vernehmen nach plant Kelly Herndon seit einem Jahr
ihre Zukunft gemeinsam mit einem Eutiner...

Kelly Herndon und ihr Stellvertreter Ken Albrecht überreichten der Stadt ein weiteres Geschenk, nachdem ein Gemälde von Louis Copt am Freitag übergeben worden war: Eine zur 25-jährigen Partnerschaft geschaffene Collage von Steven Johnson, der selbst nach Eutin gekommen war.

Mit dem Abend klang das Besuchsprogramm für die US-Delegation fast aus. Gestern standen noch Informationen über die Landesgartenschau auf dem Programm. Die Gäste aus Lawrence hatten eine Bootsfahrt auf dem Eutiner See und einen Ausflug nach Lübeck unternommen, Stadt- und Schlossführungen bekommen, und sie hatten die Beruflichen Schulen in Eutin besucht. Viele Mitglieder der Delegation hatten außerdem Konzerte in Sielbeck und in der Michaelis-Kirche besucht. Für die erste Oktober-Woche ist ein Eutiner Gegenbesuch geplant.

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