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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 22:44 Uhr

Paradies ist für jeden etwas anderes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

160 Besucher kamen gestern zur Eröffnung der 27. Kreisschau des Fördervereines Bildende Kunst in der Kreisverwaltung in Eutin

von
erstellt am 02.Apr.2017 | 17:36 Uhr

„Picasso hat gesagt: Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen. Ich sage: Und wenn es nur ein verlorenes Paradies gäbe, dann könnte man nicht 162 Exponate von 83 Künstlern über dasselbe Thema austellen“. Diese Feststellung traf Karin Klindwort, Vorsitzende des Fördervereines Bildende Kunst Ostholstein, gestern morgen zur Eröffnung der 27. Kreisausstellung. Rund 160 Besucher waren zur Vernissage in die Kreisverwaltung gekommen, wo auf den Fluren des Neubaues die Gemälde, Plastiken und auch eine Fotoinstallation ausgestellt sind (wir berichteten).

Die Ausstellung mit dem festgelegten Thema „Das verlorene Paradies“ sei von den Künstlern in Ostholstein und Umgebung stark beachtet worden, resümmierte Klindwort zufrieden. Die Schau ermögliche einen vielschichtigen Einblick in das Schaffen von Künstlern aus der Region, pflichtete Landrat Reinhard Sager, Schirmherr und Hausherr, bei.

Sager ging in seinem Grußwort auf Sinnsuche, stieß bei seinen Recherchen auf die Erkentnnis, dass jeder Mensch etwas sehr individuelles unter dem Paradies verstehe, und er fand die Feststellung des französischen Schriftstellers Marcel Proust, dass es kein anderes Paradies als das verlorene gebe.

Neben der biblischen Beschreibung des Paradieses als parkähnliche Landschaft, in der die Menschen sorglos lebten, gebe es auch den Hinweis, dass ein Paradies einst zwischen Euphrat und Tigris gelegen haben, sagte Sager weiter. Heute sei das Staatsgebiet von Irak und Syrien, und für Millionen von Menschen sei die Region zur Hölle geworden.

Karin Klindwort hatte zum Thema auch einen Kalauer parat: „Man sagt, es gäbe das Paradies noch, wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären: dann hätten sie die Schlange gegessen.“

Zwei Künstler begleiteten gestern Morgen die Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 27. April während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zu sehen ist: Die Lyrikerin Marion Hinz, deren Buch „Leicht ist mein Herz“ Karin Klindwort einen festen Platz auf dem Nachttisch empfahl, sowie der Pianist Holger Manthey, der eigentlich schon bei der Ausstellung „Kunst trifft Gießkanne“ während der Landesgartenschau in Eutin auftreten sollte, was leider organisatorisch gescheitert sei.

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