Panne: Polizei gibt Fähranleger nicht frei

Eine der Fähren, die gestern Morgen noch an der Blücherbrücke anlegen konnten.
Eine der Fähren, die gestern Morgen noch an der Blücherbrücke anlegen konnten.

Abriss der Reventloubrücke / Ersatzanleger für das wichtige ÖPNV-Drehkreuz ist die „Blücherbrücke“ / Teil der Auflagen nicht erfüllt

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15. Juli 2014, 15:44 Uhr

Peinliche Panne für die Kieler Stadtverwaltung sowie die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK): Die von beiden für gestern angekündigten Abrissarbeiten für den öffentlichen Fähranleger Reventloubrücke am Landtag konnten nicht beginnen. Denn am Mittag wurde bekannt, dass die als Ersatz-Anleger bestimmte Blücherbrücke vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck (WSA) gestern gesperrt wurde. Grund: Auflagen der Genehmigung sind nicht erfüllt worden – eine davon ist die offizielle Abnahme, also eine Betriebserlaubnis. Und die liegt bislang nicht vor. Die Arbeiten zur Herrichtung eines zusätzlichen Pontons für die Blücherbrücke waren gestern noch nicht abgeschlossen; Rettungsleiter sowie Rettungsringe mussten angebracht werden. Dies hatte die Wasserschutzpolizei denn auch bemängelt und den Anleger im Lauf des Vormittags vorerst gesperrt. Einige Fähren hatten da allerdings bereits anlegen können.

Das hätte gar nicht passieren dürfen, hieß es gestern hinter vorgehaltener Hand. Während also die Arbeiten auf der Ersatzbrücke weitergingen, steuerten die öffentlichen Fähren wieder den alten Anleger Reventloubrücke an – und werden dies bis zur Klärung der offenen Frage weiterhin tun. Betroffen sind beide Fährlinien der SFK – sowohl die „Schwentinelinie“ (F2) zwischen Kieler West- und Ostufer als auch die Verbindung Fördefährlinie (F1)
von der Kieler Innenstadt (Bahnhofsbrücke) über Seegarten, Reventlou/Blücherbrücke, Bellevue, Mönkeberg, Möltenort, Friedrichsort und Laboe. Viel Verwirrung also – ausgerechnet zum Beginn der Sommerferien, wenn neben Pendlern auch Touristen die Schiffe nutzen, um von A nach B zu kommen.

Für die SFK-Sprecherin Andrea Kobarg ist dies „sehr, sehr unglücklich, weil wir diesen Termin seit Tagen angegeben hatten, auch auf unserer Internetseite.“ Vergangene Woche war die Baumaßnahme per Pressemitteilung verkündet worden. Wie berichtet, soll die Reventloubrücke innerhalb eines Jahres bis zur Kieler Woche 2015 neu und barrierefrei entstehen. Ein Anleger aus drei Einzelpontons mit beweglichen Übergängen, fester Zugangsbrücke und beweglichem Zugangssteg wird dabei errichtet.

Da die Reventloubrücke als wichtiges Drehkreuz für den ÖPNV gilt, hatte man für die Dauer der Bauarbeiten nach einem Ersatzanleger gesucht. Die Wahl war auf die günstig am Institut für Weltwirtschaft gelegene Blücherbrücke gefallen, die dafür mit einem zusätzlichen Ponton am südlichen Ende der Brücke ausgestattet wurde. In der Pressemitteilung von Stadt und SFK hieß es, „in enger Abstimmung mit den privaten Eigentümern wurden die Blücherbrücke und der Ponton für den ÖPNV hergerichtet“. Offenbar war aber nicht nur die Abstimmung eng, sondern auch der zeitliche Rahmen. Denn die Genehmigung ist ganz frisch, wurde erst am vergangenen Donnerstag erteilt.

Das städtische Tiefbauamt verantwortet die Arbeiten am alten Anleger sowie an der Ersatz-Anlegestelle. Die Pressesprecherin der Stadt Kiel, Annette Wiese-Krukowska, bestätigte gestern „eine Verzögerung beim Abriss der Reventloubrücke, die wir zu entschuldigen bitten. Wir gehen von einer Woche Verzögerung aus, so dass der Anleger Reventloubrücke solange noch weiter genutzt werden muss.“ Die Genehmigungen zum Anfahren der für den ÖPNV hergerichteten Blücherbrücke seien rechtzeitig beantragt worden, betonte sie. Die Blücherbrücke müsse aber noch von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Lübeck besichtigt und abgenommen werden. Wiese-Krukowska: „Dass diese Abnahme erforderlich ist, wurde uns leider erst kurzfristig Ende letzter Woche bekannt.“

Bei Frank Lööck von der Außenstelle des WSA Lübeck in Kiel klingelte nun gestern Nachmittag das Telefon – mit der Bitte um einen Abnahmetermin, den er für Mittwoch vereinbart hat. Die Stadt Kiel geht davon aus, dass die Verzögerung im Zuge der Bauarbeiten aufgeholt wird.

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