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Ostholsteiner Anzeiger

24. September 2017 | 18:01 Uhr

Malente : Pädiko rückt von Angebot ab

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Kieler Verein will den Malenter Wald-Kindergarten nicht gegen Widerstand des bisherigen Trägers übernehmen.

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 18:00 Uhr

Die Gemeinde Malente muss sich erneut mit der Zukunft des Waldkindergartens „Kleine Räuberbande“ befassen. Der Kieler „Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation“ (Pädiko) steht für eine Übernahme der Trägerschaft offenbar nicht mehr zur Verfügung. „Wenn der Trägerverein es nicht möchte, dann möchten wir es auch nicht“, erklärte Pädiko-Geschäftsführerin Monika Clausing gestern auf Anfrage des Ostholsteiner Anzeigers. Es habe keinen Sinn, die Kita gegen den Widerstand des bisherigen Trägers zu übernehmen.

Bürgermeisterin Tanja Rönck zeigte sich gestern überrascht von der Entwicklung. Wenn Pädiko tatsächlich nicht mehr zu Verfügung stehe, müsse sich die Gemeinde neu positionieren, erklärte die Verwaltungschefin. Da könne sie nur das Gespräch mit der Politik abwarten.

Der Malenter Sozialausschuss hatte Anfang Mai in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, dass Pädiko die Wald-Kita mit derzeit 18 Kindern im Bergengehölz übernehmen soll. Der Kinderschutzbund Ostholstein und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die ebenfalls ein Angebot für die Übernahme der Wald-Kita abgegeben hatten, gingen leer aus. Hintergrund ist der Wunsch des bisherigen Trägervereins, die Führung der vor rund zwölf Jahren gegründeten Wald-Kita in professionelle Hände zu legen, weil die damit verbundenen Aufgaben ehrenamtlich nicht mehr zu leisten seien.

Mit seiner Entscheidung für Pädiko stellte sich der Ausschuss allerdings gegen den ausdrücklichen Willen des Trägervereins. Der hatte sich nach ausführlichen Gesprächen mit den drei Anbietern klar für den ASB ausgesprochen und dies im öffentlichen Teil der Sitzung auch kundgetan.

Zwar war es in den vergangenen Tagen zu Gesprächen zwischen Pädiko und dem Verein „Waldkindergarten Malente“ gekommen. Dabei seien aber die Bedenken des Trägervereins (wir berichteten) nicht ausgeräumt worden, erklärte Wald-Kita-Vorsitzende Dr. Ruth Sindt. Sie hatte bereits im Sozialausschuss herausgestellt, dass der ASB aus Sicht ihres Vereins der eindeutige Favorit sei. Dieser passe am besten zur bisherigen Konzeption der Wald-Kita, biete ein überzeugendes Vertretungskonzept und habe auch einen Lösungsweg für den zurzeit aus rechtlichen Gründen nur sehr eingeschränkt nutzbaren Bauwagen aufgezeigt. Am wenigsten anfreunden konnte sich der Verein aufgrund dieser Punkte mit Pädiko.

Ruth Sindt begrüßte die Entscheidung des Kieler Vereins. „Ich halte das für einen guten Schritt, wenn Pädiko selbst merkt, dass wir überhaupt nicht wollen“, erklärte sie. Sie gehe nun davon aus, dass der Vorstand den Verein erst einmal weiterführen und sich dann auch noch einmal zur Wahl stellen werde. „Dies wird aber mit dem klaren Ziel geschehen, schnellstmöglich einen neuen Träger zu finden“, betonte die Vereinsvorsitzende. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass der Verein sich nach wie vor den
ASB als künftigen Träger wünscht: „Es sind noch zwei Träger im Spiel und unser Votum ist eindeutig.“

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